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Seit wir im Münsterland sind, hat sich unser Wochenendverhalten geändert. Die Stadt selber ist ja sehr angenehm und wir fühlen uns wohl hier. Das Umland tut allerdings allen Vorurteilen Genüge und ist vor allem platt und feucht-grün und insgesamt ein bisschen langweilig, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Da sind wir aus der Frankfurter Umgebung mit Taunus, Rheingau, Spessart, Odenwald mehr Abwechslung gewöhnt gewesen. Zaghafte Radausflugsversuche haben wir auch wieder eingestellt, wir sind nun mal Wanderer.

Das H zeigt den Weg
Nun haben wir im etwas weiteren Umfeld den „Hermannsweg“ entdeckt. Er läuft als Höhenweg von Rheine über Bielefeld bis Horn-Bad Meinberg über den Rücken des Teutoburger Walds. Mit 156 km Länge bietet er genug Gelegenheit, sich wandernd auszutoben – und die Wanderinfrastruktur ist nach unseren bisherigen Erfahrungen sehr gut. Man kann den Weg entweder als Streckenwanderung ablaufen, in Tagesetappen finden sich immer nette Unterkünfte. Oder man läuft die Teilstücke als eine Folge von Rundwanderungen ab. Es findet sich immer parallel auch ein schöner Rückweg, der dann meist den bewaldeten Höhenweg durch einen Hangweg mit Ausblick ideal ergänzt. Details dazu unter http://www.hermannsweg.de/
Unsere bisherigen Etappen
- von Bielefeld bis Peter auf’m Berge
- von Tecklenburg bis Lengerich
- vom „Nassen Dreieck“ bis zur Brumleymühle
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U’s sind ja vielseitige Buchstaben… daher interpretiere ich künftig das U in sumfidu auch als Umgebung und berichte in loser Reihenfolge über Ausflüge am Wochenende.
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Heute geht es zurück. Wie geplant fahren wir um 8 ab, machen noch schnell ein Abschiedsfoto am Ortsausgang (und verursachen mehrere Bremsmanöver, weil man uns für dir Radarfalle hält) und fahren ereignislos bis nach Münster, wo wir 6 Stunden später wohlbehalten ankommen.
Es war ein schöner, aber zu kurzer Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern, dort waren wir nicht das letzte Mal!
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8 Uhr – Sabine schmeißt mich zu unmenschlichen Zeiten aus dem Bett. Zum Glück hat sie eine Entschuldigung – die Sonne scheint und es ist strahlend blauer Himmel. Heute ist unser letzter Tag vor Ort, da wollen wir noch einmal richtig loswandern.
Die Wahl fällt auf eine Kombination von 2 Wanderwegen, die auf unserer Karte eingezeichnet sind – zunächst laufen wir zum See mit dem seltsamen Namen Sprockfitz und dann östlich Richtung breiter Luzin, von dort zurück nach Feldberg.
Gesagt, getan, um 9:30 starten wir unsere Wanderung direkt vor der Tür. Es ist schon vorteilhaft, in einem verschlafenen Nest wie Feldberg beherbergt zu sein, da muss man gar nicht erst Auto fahren, bis es los geht.
Wir erreichen schnell den Ortsausgang und laufen eine Weile parallel zur stillgelegten Bahnstrecke – erst durch Wald, später durch eine Wiesenlandschaft, die sich aufgrund der Eiszeitformungen wie bestes Mittelgebirge präsentiert. Der See Sprockfitz, so erfahren wir von einem Informationsschild, hat nicht nur einen komischen Namen. Auch sonst benimmt er sich nicht immer so wie ein See es tun sollte – er verliert ab und zu unmotiviert sein Wasser und erhält es einige Zeit später wieder zurück. Die Wissenschaft staunt, wir erfreuen uns an der skurrilen Geschichte.
Weil uns der Weg gut gefällt, setzen wir ihn noch bis Weitendorf fort und biegen dort rechts in einen Feldweg ab, der uns wieder zurück zur Tour bringt. An einigen verlassenen Stallungen und dem dörflichen Badeplatz vorbei erreichen wir bald die Straße von Feldberg nach Strelitz, auf der wir nun leider ein Stück wieder zurück Richtung Feldberg gehen müssen. Nachdem die ersten LKWs an uns vorbeigebraust sind, wechseln wir lieber hinter die Leitplanke, dort läuft es sich zwar mühselig, aber immerhin muss man nicht Angst haben, plattgefahren zu werden.
Aber nach nur knapp 1 km sind wir wieder auf unserem Wanderweg, der uns nun an einem weiteren Teich vorbei wieder in den Wald führt, wieder ein lichter Buchenwald, wie sie hier so typisch sind. Es geht bergan und wir freuen uns am schönen Weg, bis wir an einer Kreuzung feststellen, dass es leider der falsche ist. Irgendwo sind wir falsch links gelaufen, nun sind wir zu weit nördlich. Was nun? Die Karte zeigt einen Feldrand in der Nähe, zum dem parallel ein feuchter Wiesenweg geht. Den nehmen wir und kommen mit nassen Füßen nach einer halben Stunde auf einem Wanderparkplartz an, der in unserer Karte wieder verzeichnet ist. Gewonnen! Nun schließt sich ein Höhenweg an, der uns schöne Aussicht auf den Feldberger Haussee und den breiten Luzin gibt. Nach einem steilen Abstieg und einer Wiesenquerung erreichen wir das Seeufer, an dem entlang wir wieder durch Wald zurück nach Feldberg laufen. 15km waren wir heute unterwegs und können nun den Nachmittag noch auf dem Sofa genießen, was wir nach einem kurzen letzten Einkauf auch tun.
Sabine rödelt unsere Sachen zusammen und wir beladen das Auto schon einmal mit allem, was wir nicht mehr brauchen. Der Kofferraum ist schon voll – die Hälfte der Sachen, die wir mitgebracht haben, haben wir nicht gebraucht. Aber es entspannt…
Abends essen wir die Kühlschrankreste – Kartoffeln mit Kräuterquark und gehen früh ins Bett, da es morgen früh losgeht. Die Bauarbeiter vor dem Haus stellen um 8 das Wasser ab, da wollen wir schon weg sein.
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Diesmal ist es ein Langschläferurlaub
Wir frühstücken um 10 und wieder ist das Wetter besser als die Vorhersage. Bewölkt und windig, aber immer wieder auch sonnig. Wir nehmen uns für heute eine kurze Wanderung zu den „Heiligen Hallen“ vor, ein 300 Jahre alter Buchenwald in der Nähe. Danach wollen wir nach Neubrandenburg, wo heute verkaufsoffener Sonntag ist.
Um 11 geht es los. Eine kurze Fahrt bis zum Waldparkplatz, ab dem wir die 6 km-Runde in Angriff nehmen. Ich nehme mal das Stativ mit, man weiß ja nie, wie dunkel es im Wald so wird. Die Stimmung ist schon herbstlich, und wir laufen eine gute Stunde durch Buchen- und Fichtenwald. Es riecht erdig, nach Pilzen, die man überall sieht, genau wie den hier allgegenwärtigen Waldmeister. Es ist fast wie in Hessen, wo es ja auch eine ganze Menge solcher Wälder gibt, ganz anders als wenige Kilometer weiter nördlich, wo es mit Sandboden und vielen Birken und Kiefern schon sehr viel mehr nach Ostseeland aussieht.
Den letzten Teil des Wegs zurück nach Lüttenhagen begleitet uns eine Allee aus neu gepflanzten Apfel- und Birnenbäumen verschiedener Sorten. Auch ein paar Walnüsse werden gesammelt, während wir die letzten Pflaumen lieber hängen lassen, sie sehen schon überreif aus. Von Westen wird es immer dunkler. Kaum sind wir wieder am Auto, geht der Regen los. Wieder mal gutes Timing.
Nun machen wir uns auf den Weg nach Neubrandenburg. Wir fahren über ein paar Nebenstraßen, kommen durch Burg Stargard und erreichen schließlich Neubrandenburg. Durch den verkaufsoffenen Sonntag staut sich der Verkehr, alle wollen in der Innenstadt einkaufen. Wir parken kurz vor dem Innenstadtring und umgehen so den Stau. Die Stadt selber ist im Krieg ziemlich zerstört gewesen, aber die alte Stadtmauer mit ihren prächtigen Stadttoren und den Wachhäusern in der Mauer selbst ist erhalten geblieben. Man kann ähnlich wie in Münster in einem Grüngürtel einmal um die Stadt herum gehen. Außerhalb gibt es nicht viel zu sehen, alles „Platte“ oder Gewerbegebiet der 90er.
Wir durchstreifen den alten Stadtkern, der mit einer Ausdehnung von 1 mal 1 km sehr übersichtlich ist. Trotz Kriegsschäden und realsozialistischer Großbaukunst hat die Innenstadt etwas Charme behalten. Allerdings ist das Zentrum voll mit Mediamarkt- und C&A-Shoppern, die tüten- und kistenweise Einkäufe aus den Läden schleppen. Erstaunlich, was so ein Sonntag alles bewirkt. Wir verlassen bald die Stadt und machen uns auf den Rückweg.
In Burg Stargard halten wir kurz an der Burg. Sie ist für uns ein aus Hessen gewohnter Anblick, hier in der Gegend hat so eine erhaltene Höhenburg schon Seltenheitswert. Das Museum hat schon zu, Saisonende. Da das Wetter zunehmend ungemütlicher wird, bleiben wir nicht lange und machen uns auf den Weg zurück in die Ferienwohnung.
Heute müssen wir schon anfangen, Reste aufzubrauchen, daher gibt’s heute Rotes Curry mit Shrimps (mangels frischem Hähnchen, was es hier nur im 1-Kilo-Pack zu kaufen gibt).
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Heute regnet es. Wir schlafen lange und fahren am späten Vormittag nach Neustrelitz, um die Stadt zu besichtigen, die als barocke Musterstadt angelegt ist.
In Neustrelitz legt sich der Regen ein wenig, so dass wir ohne Schirm einen knapp zweistündigen Rundgang machen können, den uns ein Prospekt vorschlägt. Jemand anders könnte uns auch nichts vorschlagen, denn die Stadt ist nahezu ausgestorben. Die Touristeninformation ist schon im Winterschlaf und durch den heutigen Feitertag bedingt sind auch alle Läden zu.
Vom zentralen Platz aus, von dem 8 Straßen abgehen, gehen wir Richtung Kirche, Schlossgarten, Orangerie, bis wir am Hafen landen. Dort gibt es ein paar renovierte Speicher und der Hafen selbst ist für den Tourismus fit gemacht. Viele Bootsanlegeplätze und ein Wohnmobilparkplatz, nun alle fast verwaist.
Weiter durch die Stadt, an einigen schönen Jugendstilhäusern vorbei. Aber es gibt auch viel Leerstand und noch nicht Renoviertes. Inzwischen wird das Wetter kurz einmal besser, sogar die Sonne lässt sich kurz blicken.
Wir essen ein Stück Kuchen im Cafe am Markt, abschließend noch eine Runde durch den Schlossgarten. Als das Schloss noch stand, muss es eine eindrucksvolle Anlage gewesen sein.
Dann geht es weiter nach Schloss Hohenzieritz, in dem die preussische Königin Louise ihr Strerbezimmer hatte. Das Schloss selber beherbergt heute eine Behörde. Der Park wird gerade saniert und ist schon heute ein interessanter Landschaftspark. Wir drehen einmal die Runde und verlassen Hohenzieritz auf einer kleinen Landstraße zum Jagdschloss Prillwitz.
Auch dies ist ein charmantes kleines Anwesen an einem See. Viel gibt es jedoch nicht zu sehen, so dass wir bald wieder ins Auto steigen und nach Feldberg zurückfahren. Der Abend wird ruhig, wir werden heute nichts mehr unternehmen.
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Wieso eigentlich nur USA? U steht doch auch für Urlaub? ok, sumfidu wird umgedeutet und dient auch weiterhin als Reiseblog…
Hier der Bericht der ersten Tage.
Dienstag, 29.9.09

Fotos vom 29.9.
Wieder einmal geht es auf Urlaubstour. Diesmal nur ein kurzer Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern, zuerst zur Müritz und dann in die Feldberger Seenlandschaft.
Wir kommen erst um 13 Uhr in Münster los und fahren die A1 Richtung Osnabrück los. Die Verkehrsmeldungen verheißen nichts Gutes für die A1 ab Bremen, dort ist Großbaustelle. Daher nehmen wir den Umweg über Hannover in Kauf, der uns nominell 20 Minuten Umweg bringt, aber einige Nerven weniger kostet. Nach langer Fahrt ohne besondere Ereignisse erreichen wir Ludorf gegen 18 Uhr.
Die Rezeptionistin des Schlosshotels im Gutshaus empfängt uns freundlich und bringt uns ins Ritter-von-Moin-Zimmer. Das Zimmer ist wie das gesamte Gutshaus sehr schön eingerichtet – ein bisschen historisch, aber schlicht und ein bisschen modern. Genau die Mischung, die diese Hotels so angenehm macht.
Die Zeit reicht gerade noch für einen kurzen Spaziergang zur Müritz, die durch den Park des Gutshauses schnell zu erreichen ist. Es ist schon kalt und windig. Sabine braucht noch ein paar „Ganzkörperfotos“, die wir am Kai machen. Auf dem Rückweg wird es bereits dunkel.
Um 19 Uhr bekommen wir das 3-Gang-Menü unseres Arrangements. Zunächst eine leichte Kürbissuppe mit Orangensaft und Rinderbrühe, dann Schweinefilet mit Pfifferlingen und Kartoffelgratin und zum Abschluss noch einen Apfelpfannkuchen mit Walnusseis und Apfelchutney. Wir sitzen noch lange nach dem Essen im Restaurant, das uns mit seiner Kerzenbeleuchtung sehr gut gefällt. Anschließend fallen wir erledigt ins Himmelbett, das uns ein wenig in den Schlaf knarrt.
Mittwoch, 30.9.09

Fotos vom 30.9.
Wir stehen relativ früh auf, denn um 10 soll in Röbel bereits die „Kranichwanderung“ losgehen. Die Dusche braucht lange, bis sie warm wird, wir sind wohl die ersten? Das Frühstücksbüffet ist ausgezeichnet, auch bei Tageslicht ist das Restaurant zum Wohlfühlen.
Dann geht es los. Wir fahren die wenigen Kilometer bis in den Ort und suchen in der historischen Altstadt eine Parkgelegenheit. Die finden wir erst an der Therme am Rande der Altstadt und erreichen noch gerade so um 10 den Treffpunkt. Dort begrüßt uns ein pensionierter Tierarzt, der seit langem in der Gegend lebt. Wir müssen dann wieder ins Auto und in Kolonne mit 8 Autos in die Gegend fahren, auf der Suche nach den Kranichen. Eine Wanderung ist dies allerdings nicht. Schließlich erreichen wir ein Feld, auf dem viele Kraniche stehen, über 1000. Sie machen hier Zwischenstation auf dem Weg in den Süden.
Der Tierarzt berichtet Erstaunliches. So ein Kranich ist 1,20m hoch, hat eine Flügelspannweite von ca 2,20m und kann 2000km nonstop fliegen, wenn es darauf ankommt. Die Tiere sind sehr scheu, so dass wir uns ihnen nur bis auf 300m annähern können. Nur mit Fernglas, das wir zum Glück dabei haben, kann man auf diese Entfernung etwas sehen. Auch das Telezoom ist überfordert.
Wir fahren weiter, nach Gneve und laufen von dort querfeldein zu einer Abbruchkante, von der aus man die Halbinsel in der Müritz sehen kann, die den Kranichen als Schlafplatz dient und die als Vogelschutzgebiet nicht betreten werden darf. Dort ist im Moment nicht viel los, die Kraniche sind unterwegs. Nachts stehen sie dort dann in 40-60cm tiefem Wasser und schlafen so, sicher vor Fuchs und Co.
Wir verabschieden uns und laufen den Uferweg an der Müritz entlang bis nach Röbel. Ein schöner Feldweg, kurz durch Wald, aber es weht ein kalter Wind und die Strecke bis Röbel zieht sich ganz ordentlich.
Gegen halb drei sind wir dann im Ort und machen erstmal in einem Cafe Rast. Dort gibt es Kaffee, leckere Torte und für mich noch ein Käsebrötchen.
Dann laufen wir die lange Hauptstraße entlang durch den zum großen Teil schön renovierten Ort. Ein paar grellbunte Häuser in pink und mint lassen wir als Ausnahme durchgehen. Wir klettern die 148 Stufen hinauf auf den Turm der Marienkirche, besichtigen den Hafen – kurzum all das, was Touristen so tun. Gegen halb fünf machen wir uns auf den Weg zurück nach Gneve, wo ja unser Auto noch steht.
Leider ist der Wanderweg, den wir uns ausgesucht haben, inzwischen Feld geworden, so dass der erste Versuch in einer Sackgasse endet. Wir wollen nicht denselben Weg zurück, so dass wir 2km die ruhige Landstraße gehen und dann den Zubringerweg nach Gneve. Gegen halb sechs sind wir zurück im Hotel, ziemlich geschafft vom vielen Laufen.
Sabine duscht noch schnell und dann geht’s auf zum heutigen Fünf-Gänge-Menü. Wir sind die ersten im Lokal, erst beim dritten Gang kommen weitere Besucher, unter anderem auch die beiden Giessenerinnen, die mit uns die Kranichtour mitgemacht haben.
Es gibt zuerst Wildkräuter mit geräucherter Gänsebrust, mal sehr anders, leicht und interessant. Dann eine kleine Hühnerbrühe mit Eierstich, so eine Art Mini-Hochzeitssuppe. Als nächstes der Fischgang mit gebratenem Stör, der auf Dillsoße mit gebuttertem Grünkern und mit einem Flusskrebs als Zugabe kommt. Sehr lecker. Der „Hauptgang“ ist Lamm mit Herzoginnenkartoffeln, ein bisschen zu viel nach den bereits servierten Gängen. Und zum Abschluss noch eine kleine Käseplatte mit französischem Rohmilchkäse, zu dem auf Nachfrage auch noch kleine Namensschilder zum Käse geliefert werden. Zum Menü haben wir einen Weißburgunder von Schloss Proschwitz getrunken, leider gab es den nur flaschenweise, so dass der Wechsel um Rotwein ausfiel bzw. bei mir erst mit dem Käse zu einem Glas Rioja stattfand.
Ein sehr angenehmer Abend mit nur leicht zu großen Portionen
Die nötige Bettschwere hat sich dann nach Wanderung und Essen von alleine eingestellt.
Donnerstag, 1.10.09

Fotos vom 1.10.
Zum Abschluss unseres Ludorfer Aufenthalts führt uns der Gutsherr persönlich, der sich leider nicht vorstellt, in einer kleinen Runde über sein Gut. Sehenswert die Oktogonkirche, die auf Kreuzrittereinflüsse zurückgeht und seit dem 13. Jahrhundert als Patronatskirche dient. Im Gutshaus selber betrachten wir noch einen Raum mit Deckenmalerei, die erst bei den Renovierungsarbeiten entdeckt wurde und aus 3 geplanten Zimmern nun einen großen Saal machten. Interessant, was man so hört vom Gutsherrn über die Ausbauarbeiten, man könnte noch länger zuhören, aber nach einer Dreiviertelstunde ist Schluss.
Wir verlassen Ludorf nach sehr angenehmen zwei Tagen und kommen hier gewiss wieder her.
Nun geht es zunächst nach Woldzegarten. Dort im Guthaus-Hotel ist Michael Laumen, der Koch aus dem letztjährigen Kochkurs in Gremmelin, inzwischen Hoteldirektor. Er führt uns durch das Hotel, das hell und modern eingerichtet ist und noch viele Ausbaupläne vor sich hat. Auch die riesige Scheune nebenan, die heute als „Kulturscheune“ ein Veranstaltungsort auch für großes Publikum geeignet ist, können wir so besichtigen. Wir schwätzen noch ein bisschen über die Gegend und das Business, bis wir dann wieder aufbrechen. Michael gibt uns noch den Tipp, nach B zu fahren, dort gibt es ebenfalls eine große Scheune mit einem Handwerkermarkt.
Der ist leider schon in der Nachsaison, es gibt nicht mehr viel zu sehen. Wir fahren noch einmal zurück nach Röbel und essen fetten Backfisch mit Bratkartoffeln, der uns dann schwer im Magen liegt. Selber Schuld, das wussten wir ja vorher. Nun geht es weiter nach Feldberg, das erstaunlicherweise fast 80km entfernt ist. Ich hatte die Entfernung geringer eingeschätzt.
Gegen 4 Uhr erreichen wir den Ort und finden auch gleich das Haus, in dem unsere Ferienwohnung liegt. Direkt am See, mit Maisonette und kleiner Küchenzeile. Im Keller ist eine Bar, die uns aber nicht weiter stört.
Die Sonne kommt kurz hervor und wir drehen noch eine Runde über Amtswerder, die benachbarte Halbinsel, die als Park und Freizeitanlage angelegt ist.
Nach einem Einkauf beim Regioladen (in dem nur Touristen regionale Spezialitäten kaufen) und bei Edeka sind wir mit allem ausgerüstet. Nach dem fettigen Fisch haben wir beide nicht viel Hunger, es gibt abends nur Stullen und dann gehen wir bald ins Bett.
Freitag, 2.10.09

Fotos vom 2.10.
Die Wettervorhersage beschert uns trübe Aussichten – 11 Grad und Schauer am ganzen Tag. Als wir aufstehen, ist es bewölkt, aber trocken, so dass wir heute der Empfehlung der Frau in der Touristeninfo folgen und die Rundwanderung nach Carwitz angehen wollen.
Der Weg beginnt gleich vor unserer Ferienwohnung, so dass wir das Auto nicht brauchen. Eine Allee namens Fischerstieg führt uns aus dem Ort, zunächst noch durch Bebauung, dann durch Wald. An ihrem Ende erreichen wir einen Parkplatz und von dort die angekündigten 105 Stufen hinunter zum Ufer des Sees. Die Gletscherseen hier in der Gegend sind oft tief und haben unter und über Wasser steile Hänge.
Wir wenden uns nach rechts und folgen einem sehr netten Weg durch Buchenwald. Er schlängelt sich direkt am Ufer entlang die 4 Kilometer nach Carwitz, dem „Hans-Fallada-Dorf“. Das Wetter hat sich etwas aufgelockert, so dass ab und zu Sonnenlicht durch das noch grüne Buchenlaub scheint. Wir passieren die Schmale, eine Enge im See mit jetzt leerer Badestelle und haben bald einen schönen Ausblick auf Carwitz.
Kurz danach erreichen wir den Ort, der verschlafen daliegt. Die Touristenströme des Sommers sind vorbei, nun beginnt die ruhige Jahreszeit. Der alte Friedhof, auf dem auch Hans Fallada begraben ist, liegt direkt an der Hauptstraße, das Haus, in dem er 13 Jahre weilte, liegt etwas rechts ab und ist gut zu erreichen. Wir wollen heute nicht in das Museum und verschaffen uns nur einen kurzen Überblick über die Anlage.
Weiter geht es zum nördlichen Dorfausgang, kurz danach rechts auf den Naturlehrpfad, dem schönsten Teil der Wanderung. Alte Kulturlandschaft mit Obstbäumen und Buchenwald wechseln sich ab. An vielen Stellen hat man einen tollen Ausblick auf die Seenlandschaft ringsherum. Wir entscheiden uns, nicht direkt nach Hullerbusch zu laufen, sondern nehmen noch eine weitere Schleife zum Teufelsstein auf uns. Der ist ein alter Gletscherfindling. Nebenan finden wir ein Gästebuch, in das wir uns eintragen. Nette Idee, einen Wald mit Gästebuch zu versehen. Es finden sich reichlich Einträge darin, alle sind begeistert von der Gegend.
Nun geht es wieder Richtung Süden vorbei am Guthaus Hollerbusch, in dem heute ein Hotel ist. In der Schäferei nebenan bekommen wir eine Lamm-Soljanka und erstehen etwas Käse für abends. Die Verkäuferin erzählt, dass im Sommer hier die Kunden Schlange stehen. Die abgelegene Lage ist also kein Hindernis.
Zurück wollen wir die Luziner Fähre über den See nehmen, die vom Fährmann manuell angetrieben wird. Stattdessen setzt er mit einem Kahn mit angeschlossenem Elektromotor über, was das Ganze etwas wackliger, aber auch schneller macht.
Zum Abschluss dieser schönen 15 km langen Wanderung müssen wir noch die lange Treppe wieder nach oben steigen und gehen durchs „Gewerbegebiet“, bestehend aus einer Klinik und einem Schrottplatz, zurück zur Stadt. Es gibt sogar einen Bioladen hier, wo wir ein wenig einkaufen für den heutigen Abend und das folgende lange Wochenende. Den Rest liefert uns wieder Edeka. Kaum sind wir zuhause, beginnt es richtig zu schütten, inklusive Graupelschauer. Nach einem schnellen Spaghetti-Abendessen sind wir froh, es uns auf dem Sofa gemütlich zu machen.
Ein schöner Tag, der 48. Geburtstag von Sabine, den sie fast vergessen hätte.
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Die letzte Etappe ist etwas hastig verlaufen.
Eigentlich wollten wir um 7 los, sind aber doch nicht so ganz gut aus dem Bett gekommen. Joan macht noch Pancakes, so haben wir dieses amerikanische Nationalfrühstück mit Sirup und Speck auch noch probieren können. Für europäische Verhältnisse ungewohnt, aber ganz schmackhaft.
Wir fahren heute über die Freeway bis Los Angeles und schaffen es auch in gut 2 Stunden. Nun müssen wir noch alle Tanks füllen bzw. leeren, dazu fahren wir zunächst auf einen nahe gelegenen Campground, der das anbietet. Nach einigem Suchen finden wir auch die Dump Station und legen los. Ich hantiere mit den diversen Schläuchen, Sabine packt noch die letzten Reste in unsere knapp gewordenen Koffer und Rucksäcke.
Dann noch schnell zur Tankstelle und vollgetankt. Nein, Gas gibt es samstags nicht. Naja, dann zahlen wir halt den Vermietertarif, denn nun ist es höchste Zeit. Um halb elf müssen wir zurück sein, damit wir den Shuttle in die Stadt nehmen können, und wir schaffen es pünktlich auf die Minute. Die Rückgabe ist schnell und problemlos, ein bisschen schwer fällt es uns schon, unser liebgewonnenes rollendes Heim so einfach wieder abzugeben. Aber schon sind die Koffer im Shuttle verstaut, dass uns um kurz vor 1 im Crowne Plaza Hotel am Flughafen absetzt.
Nachmittags versuchen wir, mit öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwo eine Shopping Mall zu finden, das missglückt allerdings gründlich. Zwar kommt man mit einem Shuttle vom Flughafen zur Metro, die stellt sich aber als selten fahrende Bahn heraus, die zudem außerhalb des Zentrums nirgendwo richtig hinführt, da sie in den Mittelspuren des Freeway-Systems geführt wird. Das hat den Charme, dass man beim Warten auf die Bahn sein Gehör nahezu verliert direkt neben der linken Spur der Autobahn und dass man bei der Ankunft dann noch Bus fahren muss, um irgendwo hinzukommen.
Wir geben den Shoppingversuch auf und fahren mit der Bahn nochmal an den Hollywood-Boulevard, da wir den vor 3 Wochen (kommt uns vor wie eine Ewigkeit) nur kurz besucht haben.
Heute ist es allerdings überall sehr voll, es gibt wohl nicht nur campingbegeisterte Kalifornier. Wir bleiben daher nicht lange und nehmen denselben Weg zurück. Mit 4 mal Umsteigen brauchen wir knapp 2 Stunden bis zurück ins Hotel. Da wir mittags dort schon einen Imbiss gegessen hatten, bleibt es zum Abendessen bei ein wenig Obst und dann ist unser letzter vollständiger Tag in den USA auch schon vorbei.
Heute 149 miles gefahren.
Insgesamt 3215 miles gefahren, das sind ca. 5150 km. Uns kam es nicht so viel vor.
Nachtrag – Sonntag, 24. Mai
Wir wachen früh auf und verstauen unser Gepäck. Auch mit Reservekoffer wird es eng, wir werden nun 4 Gepäckstücke aufgeben müssen. Wir frühstücken noch ausgiebig im Hotel, dann fahren wir mit dem Shuttle schon früh zum Flughafen. Der Checkin geht schnell, trotz zusätzlicher Koffer-Durchleuchtung. Die Business Class Lane hilft uns, an der Schlange der Ausreisenden schnell vorbeizukommen. An der Schleuse ist der Security Check diesmal sehr streng. Alle müssen ihre Schuhe ausziehen.
Aber bald ist das auch geschafft und wir verbringen noch zwei ruhige Stunden in der Miles and More Lounge. Das Terminal ist ziemlich überfüllt, so dass uns dieser Luxus gut bekommt.
Dann ist es auch schon so weit – Checkin geplant 14:55, wir beginnen eine Viertelstunde später. Die geräumigen Sitze und das gute Essen sind uns nun schon bekannt, so verbringen wir dern Flug mehr mit Lesen. Richtig schlafen können wir nicht, das wird eine anstrengende Umgewöhnung in Deutschland.
Wir landen pünktlich, diesmal in Frankfurt und haben dann noch einiges an Laufstrecke zwischen Flügel A und B. Dann nehmen wir nach einiger Wartezeit einen sehr kleinen Flieger von Cirrus und sind um 15:00 wieder sicher am Flughafen Münster angelangt.
Wenn auch ziemlich müde. Wir nehmen ein Taxi nach Münster und staunen über das üppige Grün, was hier an jeder Ecke wuchert. So schnell kann man sich umgewöhnen!
Dann schleppen wir noch die schweren Koffer nach oben, packen ein wenig aus und halten noch bis abends um 9 durch, dann fallen wir todmüde ins Bett. Leider müssen wir am nächsten Tag schon wieder arbeiten.
Tschüss, USA, es war ein beeindruckender Urlaub, wir kommen bestimmt wieder!
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Letzte große Tour! Wir verlassen Visalia nun endgültig mit dem Ziel Barstow. Dort wohnen Eddie und Joan, die wir zum Abschluss der Reise noch einmal besuchen wollen.
Damit die Fahrt nicht zu langweilig wird, wählen wir einen anderen Weg als auf der Hinfahrt. Wir fahren heute über Porterville und dann über die SR 190 am Tule River entlang in die Berge des Sequoia National Forest. Auch heute müssen wir wieder über 7000 Fuß. Die Straße ist entsprechend steil und hat sehr enge Kurven. Wir passieren ein paar Wintersportgegenden, die aber bei weitem nicht so ausgebaut sind wie die in den Alpen.
Weiter geht es auf der SR 99 am Kern River hinab, der sich als Rafting-Favorit vieler Besucher seinen Status redlich verdient. Der Fluss ist reichlich mit Wasser gefüllt und das Flussbett ist eng und voller Findlinge. So kommt es zu den beliebten Stromschnellen.
Da nach dem Wochenende Memorial Day ist, sind die wie viele Amerikaner campingbegeisterteten Kalifornier alle schon unerwegs ins Campingwochenende, zum Glück kommen sie uns entgegen. Wir machen Rast an einem der State Campgrounds am Kern River, der noch fast leer ist, und strecken unsere Füße ins kalte Flusswasser.
So erfrischt setzen wir unsere Fahrt fort, kommen auf die 178 über den Walker Pass. Der ist viel einfacher als der erste Pass heute zu bewältigen. Die Straße ist gut ausgebaut und nicht so sehr kurvig, außerdem sind wir bis auf 2000 Fuß schon an die Passhöhe heran. Danach geht es immer gut bergab, bis zur Federal 395, die uns ereignislos zur 58 und damit zurück nach Barstow bringt. Joan und Eddie sind noch auf der Rückfahrt von der Arbeit, so gehen wir noch ein bisschen Wein kaufen (deutschen Wein bekommt man hier nicht ohne weiteres, da tut’s dann auch mal ein kalifornischer Riesling) und kommen dann nahezu zeitgleich vor dem Haus von Joan und Eddie an. Da wird erstmal viel erzählt, zumal die beiden am nächsten Tag auch zum Grand Canyon wollen und wissen möchten, wie es uns dort ergangen ist. Wir packen auch schon einmal unsere Koffer, da die Zeit morgen bis zur Rückgabe doch etwas knapp ist. Immerhin müssen wir auch noch bis Los Angeles fahren. Joan und Eddie kochen für uns, wir machen uns einen gemütlichen Abend und schlafen das erste Mal wieder in einem richtigen Bett.
284 miles gefahren.
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Wie immer geht es kurz nach halb acht los Richtung Sequoia National Park, Leider können wir nicht die State 198 nehmen, an der wir uns fast befinden und die von Süden in den Park führt. Sie ist eng, kurvig und steil und sollte nicht von Fahrzeugen befahren werden, die länger als 22 Fuß lang sind. Unser RV misst 27 Fuß. So nehmen wir den Weg durch Visalia Downtown, und dann die State 63 nach Norden. Endlose Orangenplantagen sehen wir von der Straße aus, die Ebene ist voll davon. Viele Orte sind von Mexikanern bewohnt, die auf den Plantagen arbeiten.
Nach einer Stunde erreichen wir die State 180, die uns in den Park führt. Sie geht auf 60-70 Meilen von 200 Fuss Höhe auf über 7000, so dass wir die ganze Zeit relativ steil bergauf fahren, immer mit Blick nach rechts in die Täler hinab. Nach insgesamt knapp 70 Meilen erreichen wir die Grenze des kombinierten Kings Canyon / Sequoia National Park und zeigen unseren Park Pass vor, der sich inzischen sehr bewährt hat.
Dann geht es weiter bergauf, nun auf einer etwas schmaleren, hoprigen Straße, bis zum Lodgepoint Visitor Center. Dort sagt man uns, dass der Campground nur wenige nicht reservierte Plätze habe. Man muss aber direkt dort nachfragen, ob man noch einen Platz bekommt. Nachdem wir noch einmal die Landkarte erforscht haben und wir über die morgige Rückfahrt nachgedacht haben, beschließen wir, die Nacht nicht im Park zu verbringen, sondern wieder in die südliche Ebene zurückzukehren. Die Strecke wird sonst zu weit.
Aber nun widmen wir uns erstmal dem Park. Die Shuttles des Parks fahren bereits einen Tag eher as offiziell verkündet. So lassen wir unser RV auf dem General Sherman Tree Parkplatz stehen und werden die weiteren Stationen mit dem Shuttle besuchen. Der General Sherman Tree (der skurrilerweise vor 120 Jahren einmal Karl Marx Tree hieß) ist der größte Baum des Parks und mit seiner Masse der größte Baum der Welt (wenn auch nicht der höchste). Wir nutzen nicht die Schlange zur offiziellen Fotostelle mit Baumtitel sondern machen unsere Fotos von einer anderen Seite.
Wir gehen noch eine Runde durch den anschließenden Congress Trail, auf dem sich weitere der riesigen Sequoias tummeln. Sabine möchte nicht so gerne einem Bären begegnen, daher kürzen wir den Weg etwas ab und nehmen nun den Shuttle zum Moro-Felsen. Dieser ragt kuppelartig über den Südrand des Plateaus hinaus, auf dem wir uns im Wald befinden und erlaubt durch eine lange, verwinkelte Treppe den Aufstieg bis man ganz oben auf der Spitze des Felsens steht. Wir sind ja beide nicht so ganz schwindelfrei, aber mit Geländer lässt es sich noch aushalten (finde ich). Sabine ist etwas mulmig zumute und wir kämpfen uns wieder nach unten. Während wir mit dem Shuttle zurückfahren, sichtet Sabine tatsächlich einen Bären! Der Fahrer meint, dass es zwar immer ein Risiko gäbe, aber man käme schon zurecht mit den Bären, solange man sein Essen gut wegschließt.
Ein kurzer Besuch im Sequoia Museum beschließt unsere Waldaktivitäten. Es war eine lange Fahrt für diesen kurzen Aufenthalt, aber es hat sich gelohnt, hier noch Eindrücke zu sammeln.
Auf der Rückfahrt nutzen wir ein paar Nebenstraßen, bis wir in Lemoncove auf der 198 wieder in der Ebene ankommen. Der dortige Campground erlaubt nur noch Selbstregistrierung gegen Cash, so dass wir wieder auf den Platz in Visalia zurückkehren. Es ist 8, bevor ich mit dem Kochen beginne. Heute ist schon unsere letzte warme Mahlzeit im RV. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit rumgegangen ist!
210 miles gefahren
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Um 8 Uhr heißt es „Tschüss, Las Vegas“. Wir machen uns auf den Weg über Interstate 15, bis Barstow, dann die 58 bis Bakersfield, wo wir kurz Pause machen und Wasser kaufen, dann die 99 bis Visalia, wo wir auf einem der netteren KOAs gegen 4 eintreffen. Hier ist es immer noch sonnig, aber lange nicht mehr so heiß wie in Las Vegas. Ein langer Fahrtag, über den es sonst nicht viel zu berichten gibt.
360 miles gefahren.
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Las Vegas, Las Vegas… und ich bekomme eine Zahnentzündung! Abenteuer Krankwerden im Ausland. Weder Reisekrankenversicherungshotline noch ADAC wissen weiter, also selber im Internet recherchiert und eine Zahnarztkette mit dem charmanten Namen „Absoute Dental“ gefunden. Dort verweist man mich auf einen Zahnarzt in der Nähe, nördlich vom Strip. Der Taxifahrer mault, weil er meint, dass Touristen nur zu Touristenzielen fahren sollten und es sei sowieso zu weit dorthin, aber gegen ein Extratrinkgeld liefert er uns dann an einem der üblichen Shopping-Carrees ab, wo in einem der Ladengeschäfte die Zahnarztpraxis residiert. Ein kleiner Vorraum mit Platz für 3-4 Wartende und dann erstmal Formulare ausfüllen ohne Ende. Jede Art von Disclaimer ist vordefiniert und muss unterschrieben werden. Sehr formal alles, aber bei der Klagewut der Amerikaner („Accident? Injured? Call 800-WIN-WIN-1“) kann man verstehen, dass ein Arzt sich absichern will. Nach ein par Röntgenaufnahmen steht der Befund fest, ich verzichte darauf, den Zahn gleich vor Ort ziehen zu lassen und bekomme Penicillin un Pain Killer verschrieben. So geht der Vormittag vorbei.
Wir fahren mit dem Bus zurück und erstehen einen Tagespass für The Deuce, das sind -meist rettungslos überfüllte- Doppeldeckerbusse, die den Las Vegas Boulevard hinauf- und hinabfahren und fußmüde Touristen zwischen den Attraktionen bewegen. Wir nutzen die Chance und nehmen den Bus nach Süden, da Sabine noch im Outlet Center shoppen möchte. Das Ergebnis ist, dass ich mit gut gefüllten Einkaufstüten das Center verlasse, während Sabine gar nichts gefunden hat.
Da wir nun schon einmal am südlichen Ende des Strips sind, arbeiten wir uns nun von dieser Seite auf den gestrigen Wendepunkt zu. Mandalay – tropisch angehaucht, Luxor – Pyramide und Sphinx, Excalibur – aus Disneyland entwendet, New York New York – die Franzosen dürfte es beruhigen, dass nicht nur der Eiffelturm im Maßstab 1:2 wiedererstanden ist, sondern auch eine verekleinerte Freiheitsstatue (was wahrscheinlich die wenigsten Besucher wissen: auch die Freiheitsstatue ist ein französisches Bauwerk und ihr inneres Stahlfachwerk wurde vom Konstrukteur des Eiffelturms erstellt). Dann laufen wir ein Stück den Boulevard entlang, um uns aufzuwärmen. Es ist inzwischen 20 Uhr und die Klimaanlagen im Inneren der Hotels sorgen für leichte Erfrierungen, während es darußen zwar dunkel, aber warm ist.
Im „Paris Las Vegas“ essen wir in einem „originalen“ französischen Restaurant. Es könnte passen – die Bouillabaisse war gut, die Pizza nicht. Danach betrachten wir die Wasserspiele vor dem Belagio, eine Choreographie von illuminierten Springbrunnen zu verschiedenen Melodien. Sehr aufwändig gemacht, alle sind begeistert. Innen ist das Belagio Art Noveau und viel Blumendeko, auch das ist nicht schlecht, allerdings von Reisegruppen überlaufen. Caesars Palace erkunden wir noch einmal genauer, viel Pseudorömisches und weitläufige Shops der besseren Art. Dann haben wir auch genug, im Mirage durcheilen wir die Gänge und lassen den Regenwad aus, dann bringt uns der immer noch überfüllte Deuce zum Circus Circus zurück, wo unser RV parkt.
Ein bisschen bloggen, dann ist Schluss für den Tag. Nachmittags haben wir noch überlegt, was wir mit dem gewonnenen Tag anfangen. Wir müssen Freitag in Barstow sein bei Joan und Eddie, dazwischen ist nichts und in Las Vegas wollen wir auch nicht bleiben. Sabine möchte gerne noch in den Sequoia National Park, so einigen wir uns auf einen weiteren Fahrtag, der uns dorthin bringen wird.
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Heute ist ein Fahrtag, am Ende dann länger als geplant. Wir starten um 8:30 in Zion, nicht ohne noch schnell die obligatorischen Postkarten auf den Weg zu bringen. Wäre ja schade, wenn sie nach uns ankommen. Wir fahren die State 9 hinunter parallel zu Virgin River, der sich durch grüne Wiesen schlängelt und reichlich Wasser mit sich führt. Die Schneeschmelze in den 10000er Bergen hat wohl begonnen. Es ist wenig Verkehr und wir kommen gut voran.
Am Ende der 9 fahren wir auf die Interstate 15 Richtung Las Vegas und legen einen Wasser-Shopping-Stop in St George ein. Wenn man anders herum fährt, ist dies die letzte Stadt vor den Nationalparks. Sie ist sehr geschäftig und wir sehen beim Durchfahren so viele Geschäfte wie in den letzten zwei Wochen nicht. Vielleicht ist ja die grelle, bunte Werbewelt, wie sie an den Straßen größerer Städte stattfindet, ein Mutmacher der Bewohner einer Ansiedlung inmitten unwirtlicher Natur? Uns kommt es jedenfalls in dem Moment sehr schrill vor.
Weiter auf der I-15. Wir merken, dass dies eine der Lebensadern ist im Westen. Es gibt viele Ansiedlungen rings herum und der Verkehr nimmt zu. Kurz nach St George verlassen wir Utah mit dem Gefühl,viel über diesen Bundesstaat erfahren zu haben, der ja sonst oft nur durch Salt Lake City in Erscheinung tritt.
Nach einem kurzen Stück Arizona erreichen wir Nevada und prompt die ersten Casinos am Rande des Highway. Die Grenze mit den unterschiedlichen Regeln hat hier ein beachtliches Wachstum im Nirwana ermöglicht, ein Vorgeschmack auf Las Vegas.
Wir wollen ein letztes Mal Red Rock von nahem sehen auf unserer Reise und verlassen den Highway bei Glendale. Die State 169 bringt uns nach Overton. Das dort in der Nähe gelegene Valley of Fire soll laut Reiseführer einen der besten Campingplätze dieser Reise bieten, wir haben geplant, dort zu übernachten.
Die Felsen sind zwar ganz nett anzusehen, die Gegend ist aber ansonsten leer. Es ist noch früh am Tag, daher beschließen wir, heute doch bis Las Vegas zu fahren.
Die State 167 wird gerade an einigen Stellen renoviert, aber das merken wir erst, nachdem wir die Hälfte gefahren sind. Umkehren wollen wir nicht mehr, so fahren wir zweimal eine Meile auf Schotterstraße, was hoffentlich keinen Schaden am RV anrichtet.
Über Boulder City kommen wir zum Hooverdamm. Der Security-Check bezieht sich hier auch aufs Auto, die Guards wollen in alle Staufächer sehen. Obwohl es wieder über 100 Grad sind, parken wir dort, um einmal über den Damm zu laufen. Security ist auch hier hoch, wir ersparen uns daher den Besuch im Damm. Die äußeren Werte sind schon beeindruckend genug. In den 20er und 30er Jahren erbaut, ist er ein Meilenstein für die endgütige Erschließung des Südwestens der USA. Nebenan entsteht eine neue Brücke über den Canyon, die eine höhere Kapazität hat und das Risiko von Autoanschlägen auf den Damm vermeidet.
Vom Damm aus ist es nun nicht mehr weit bis Las Vegas. Wir finden gleich den Koa Campground am nördlichen Ende des Strip und stellen unser RV dort für 2 Nächte ab. Die hatten wir auch gebucht, wenn auch erst einen Tag später. Der Platz ist aber nicht voll, so dass die Verschiebung kein Problem ist.
Dann machen wir uns auf den Weg ins Zentrum der Casinostadt – den Las Vegas Boulevard, auch „Strip“ genannt. Dicht an dicht stehen hier die Hotels, die ihr Thema immer aufwändiger darstellen. Venedig, Paris, antikes Rom, alles da. In den Hotels dann die überall gleichen Daddelecken und Poker-, Black-Jack- und Roulettetische. Dazu viele Shops, in den teureren Hotels mit den üblichen Nobelmarken ausgestattet, sonst auch gerne mal Ramschniveau. Ähnlich wie das Essen. Es gibt zwar gute Restaurants, aber eben auch viel der üblichen Fastfoodversorgung, hier nur manchmal etwas hübscher eingepackt.
Wir sind müde vom langen Tag mit viel Fahren, daher kehren wir nach der Hälfte des Strip um und schleichen zurück zum RV.
Schnell noch ein paar Nudeln, dann ist Feierabend.
249 miles gefahren.
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Den eigentlich geplanten Sonnenaufgang am Canyon lassen wir ausfallen, wir fahren stattdessen früh los, um nach Zion zu kommen, bevor der Sonntagsverkehr einsetzt. Das gelingt gut, wir fahren die State 12 bis zu ihrem Ende, dann südlich auf die Federal 89 und dann die 9 bis Zion. Wir müssen dort einen engen Tunnel passieren, der von großen Fahrzeugen wie unserem nur in der Mitte befahren werden kann. Dafür nutzen die Ranger, die den Tunnel an beiden Seiten bewachen, einen Signalstab, den der letze Autofahrer seiner Richtung mitnimmt und auf der anderen Seite abgibt. Ein echtes Token, das uns Informatiker ja immer freut, wenn es uns in der echten Welt auch einmal begegnet.
Zion National Park ist wieder ein Red Rock Gebiet. Hier ist jedoch die Erosion durch Wasser erfolgt, dass für einen tiefen Einschnitt und steile Felsen gesorgt hat. In den Hauptteil des Zion National Park kommen wir nicht mit dem Auto, es fährt ein Shuttle alle 7-8 Minuten den Canyon bis zum Ende ab un hält an den vielversprechendsten Punkten. Es ist nun 9 Uhr und bereits deutlich wärmer als die letzten Tage. Joan schreibt per Mail, dass in Barstow 110 Grad wären (Fahrenheit, also etwa 44 Grad). Na das kann ja heiter werden. Wir nehmen 3 Liter Wasser mit, fahren bis zur Zion Lodge mit dem Shuttle und laufen los zu den Emerald Pools, die sich als spärlich gefüllte Sandsteinbecken herausstellen. Es ist aber ein schöner Weg dorthin, man hat einen guten Überblick über das Tal, auch wenn die falsch verstandene Ausschilderung uns einen schwierigeren Weg auferlegte als eigentich geplant. „Roundtrip“ wie auf der Infokarte angegeben ist eben nicht unbedingt ein „Loop“, so dass wir mit dem falschen Weg gestartet sind. Aber so sehen wir den kleinen Wasserfall von den oberen Pools aus, bevor wir unter ihm durchlaufen für den Rückweg.
Wir setzen unsere Fahrt bis zum Ende der befestigten Straße fort und laufen dort noch einmal etwa eineinhalb Stunden am Fluss entlang. Es ist viel Verkehr, die Besucher planschen im Fluss herum, der noch relativ kühl ist. Aber die Luft ist inzwischen sehr heiß und diesmal geht uns unser Wasser leider vor dem Ende der Wanderung aus.
Wir sind daher ziemlich k.o., als wir wieder am RV ankommen. Der nette State Park wäre noch frei gewesen, aber man konnte ihn nicht reservieren. So übernachten wir auf dem engen, parkplatzartigen Quality Inn-Platz in der Nähe des Parkausgangs.
Wir müssen nun langsam anfangen, Reste zu verbrauchen, so gibt es wieder mal asiatisch angehauchten Reis mit Paprika und Shrimps.
88 miles gefahren.
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Im Morgenlicht sieht der Canyon wieder ganz anders aus. Wir starten am Sunrise Point mit einer Wanderung durch den Canyon, die uns ungefähr 12 km durch die Gesteinsformationen führen wird. Zunächst geht es steil bergab, wir sehen an den Farben, die uns umgeben, auf welcher Höhe wir ungefähr sind. Einzelne Bereiche haben Namen, zum Beispiel „Queens Garden“. Dort gibt es eine Figur, die wie eine Königin aussieht. Man kann aber auch selber ganz ohne Anleitung viele Figuren aus den bizarren Steinen hervorlesen.
Dann geht es zunächst eine Weile durch ganz normalen, lichten Kieferwald– wenn nicht überall wieder die seltsamen Felsformationen durchscheinen würden. Bis hierhin war es eine angenehme Wanderung, jetzt wird es anstrengend. Es geht immer wieder steil hoch und hinunter, teilweise in engen Serpentinen oder am Rand von steilen Felsen. Die Wege sind aber gut gepflegt, so dass wir nirgendwo klettern müssten. Sogar eine Reitergruppe begegnet uns. Nach gut 3 Stunden kommen wir am Bryce Point wieder auf die Straßenebene zurück. Abschließend laufen wir die 3 Kilometer bis zum Ausgangspunkt auf dem Rim Trail zurück, der auch noch einmal ein paar Steigungen vorsieht.
Eine schöne Wanderung, die uns aber ziemlich geschafft hat. Wenigstens hat der Wasservorrat von 5 Litern, den wir mitgenommen haben, gerade so gereicht. Nachmittags fahren wir noch die anderen Aussichtspunkte im Park ab, sind aber zu müde, um den wiederkehrenden Ansichten des Canyons noch viel Neues abgewinnen zu können. Wir kehren daher früh zum Campground zurück und verbringen einen ruhigen Nachmittag. Abends verbrauchen wir die Unmengen an Brokkoli, die wir aus irgendwelchen Gründen gekauft haben in einer leicht missratenen Cremesuppe. Ohne Mixstab geht’s dann halt doch nicht so gut. Geschmeckt hat’s trotzdem.
41 miles gefahren.
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8 Uhr verlassen wir diesen angenehmen Platz und fahren ein Stück die 24 zurück bis zum Abzweig der State 12 nach Süden. Heute gibt es zwei Pässe zu überwinden und ein Stück Straße, das auf einem sehr schmalen Bergrücken für steile Abgründe links und rechts sorgt. Das Ehepaar aus Hanksville hatte uns davon erzählt, wie auch der Verkäufer im Reisebüro vor unserer Reise.
Aber zunächst schlängelt sich die 12 durch den Dixie National Forest, zunächst dichter Kiefernwald und weiter oben lange dünne Birken, die gerade ihre Blätter bekommen. Es sieht sehr nach Frühling aus. Bald darauf kommt der erste Pass bei 9200 Fuß, d.h. 3000 Metern, die höchste Stelle unserer Reise. Dann bergab, bergab, die Bremsen fangen schon ein wenig an zu kokeln, bis wir das Örtchen Boulder erreichen. Hier zweigt der Burr Trail ab, der einen wieder nach Lake Powell zurückbringt, wenn man die Dirt Road am Ende der Strecke nehmen will. Wir wollen nicht und fahren nur ein paar Meilen in diese Stichstraße hinein und erfreuen uns erst an weißen, dann an roten Hügeln.
Wieder zurück auf der Straße geht es weiter Richtung Escalante. Nun folgt bald die beschriebene Straße auf dem Bergrücken. Sie geht 4 Meilen lang in der Tat links uns rechts relativ steil hinunter. Wir kommen nicht von der Straße ab wie auch sonst nicht und passieren so auch diese Herausforderung. Escalante ist ein etwas größerer Ort. Wir sehen auf dem Weg von der Highschool am Eingang der Stadt bis ins Stadtzentrum das erste Mal auf unserer Reise in der Provinz eine Straßenbeleuchtung. Da waren wohl ein paar rührige Eltern aktiv.
Das Visitor Center gibt nicht viel Auskunft, es ist hier wohl eine Hiker-Gegend, Viele jüngere Wanderer mit großen Rucksäcken machen sich auf den Weg zum Escalante Staircase. Wir besuchen hingegen den Escalante State Park, der neben einem Campingplatz und einem Stausee einen Petrified Forest sein eigen nennt. Der dorthin führende Trail ist als Rundweg ausgelegt und etwa 2,5 Meilen lang. Recht steil geht es zunächst nach oben, dann oben relativ eben in einer großen Runde zum Abstieg zurück. Erst nach der Hälfte sehen wir die versteinerten Baumstämme, die ab diesem Zeitpunkt häufig am Wegesrand liegen. Die Stämme sind vor 150 Millionen Jahren unter Sauerstoffabschluss mineralisiert worden und haben ihre Struktur beibehalten. Die Minerale schimmern in allen Farben, ein beeindruckender Anblick.
Weiter geht’s auf der State 12. Der zweite Summit mit 7600 Fuß ist in der Anfahrt unspektakulär, es geht von Escalante sanft bergauf, dann passieren wir den Summit. Ein 9 Meilen langer Abstecher bringt uns zum Kodachrome Basin State Park. Er kostet die üblichen 6 Dollar Eintritt und bietet wieder Red Rock-Formationen, wieder anders als was wir bisher gesehen haben. Seltsam, immer wenn wir denken, nun kann nichts Neues mehr kommen, überrascht uns der nächste Park wieder mit anderen Eindrücken.
Wir machen eine kurze Wanderung von 2 Stunden über den Angel Palace Trail, der uns gut nach oben in die zerklüfteten Sandsteine bringt und einen guten Ausblick erlaubt. Die Sonne verschwindet hinter einigen großen Wolken und es regnet 3 Tropfen. Vor allem aber wird es gleich sehr kühl im frischen Wind, der hier überall weht. Ein schöner kleiner Park, vor allem sehr viel ruhiger, als das Spektakel, dass uns in Bryce erwartet.
An unserem Tagesziel informieren wir uns erst im Visitor Center. Der Shuttle fährt noch nicht, nur im Sommer. Schade, wir wollten das RV zwei Tage stehen lassen, nun müssen wir es doch nutzen, um zwischen den Naturattraktionen des Parks hin – und herzupendeln. Der Campground Ruby’s Inn ist Teil eines Hotelkomplexes, der hier vor hundert Jahren seinen Anfang nahm. Wir checken ein, fahren dann aber gleich zum Sunset View, wo wir nach einem schnellen Abendessen die ersten Blicke in die skurrile Landschaft des Bryce Canyon werfen. Es ist ein unglaublich beeindruckender Anblick tausende von Säulen und anderen Formen gruppieren sich zu immer wieder neuen Konstellationen in rosa-orange bis weiß; die Abendsonne beleuchtet die Szenerie entsprechend. Es haben sich viele Besucher eingefunden, um diesen Anblick zu genießen. Ich mache wieder mal viele Fotos und wir laufen noch ein paar hundert Meter am Rand des Plateaus entlang, bis es zu kühl wird. Dann zurück zum Campingplatz, wo wir im Dunkeln den RV zwischen den Bäumen hindurchrangieren.
Morgen werden wir diese seltsame Landschaft erst einmal ausführlich durchwandern.
162 miles gefahren
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Jetzt wird es morgens schon wieder etwas frischer. Wir trödeln ein wenig und starten um 8:20. Capitol Die State 24 führt uns heute auf einer angenehmen Strecke nach Capitol Reef. Der parallel verlaufende Fremont River, ein kleines Flüsschen, versorgt die Gegend so weit mit Wasser, dass man plötzlich hier und da strahlendes Maigrün inmitten der Wüste sieht. So kommen wir bis zum National Park, dessen uns empfohlener Scenic Drive nach Süden abbiegt. Wir folgen diesem Abzweig und landen zunächst in Fruita, einer alte Mormonensiedlung in diesem Tal. Die wenigen Häuser liegen inmitten grüner Wiesen mit vielen Obstbäumen. Große alte Laubbäume säumen die Straße, ein Picknickplatz lädt zur Pause ein und zum Glück gibt es im nahe liegenden Gifford House neben allerlei nettem Schnickschnack köstliche Pies, von denen wir zwei erstehen. Wir machen einen Kaffee, dafür muss wieder kurz der Generator herhalten, und setzen uns in den Picknickpark und essen Cherry Pie. Großartig! Diese kleine Ansiedlung ist wie eine Oase mitten in einer steinigen Wüste.
Wir folgen etwa 20 Meilen dem Scenic Drive, der für uns eine Sackgasse ist, da wir dir folgende Dirt Road (unbefestigte Straße) mit unserem RV nicht befahren dürfen. Der Weg entlang einer geologischen Faltung ist trotzdem sehenswert, viele wieder neue Gesteinsformationen und zwischendurch immer wieder das strahlende Grün, wenn Wasser in der Nähe ist.
Nach diesem Abstecher verlassen wir Capitol Reef bald und kommen in Torrey an. Wieder ein kleiner Ort, durch viel Grün etwas freundlicher als die letzten Orte, die wir durchfuhren. Heute übernachten wir auf dem reservierten RV-Campground Thousand Lakes RV in Torrey, der sich deutlich vom Vorgänger abhebt. Sehr gu organisiert, große Plätze, alles sehr ordentlich und ein Shop, der sich Mühe gibt, mehr als den üblichen Touristenkitsch zu verkaufen. Dies gelingt mit europäischen Augen betrachtet allerdings nur mäßig, so bleibt die Shoppingtour aus. Die Eigentümerin überredet uns zum Cowboy-Cookout in einer überdachten Grillstätte auf dem Gelände. Dies erweist sich jedoch als Flop, wir bekommen ein mittelmäßiges Beefsteak mit Bohnen und schlechten Bratkartoffeln. Das hätten wir besser haben können und so verabschieden wir uns schnell.
Den weiteren Abend nutzen wir für die Sichtung der ersten Fotos, es sind so viele geworden! Und wir stellen diesen Bericht ins Internet, so dass wenn Interesse besteht, dort unser Abenteuer verfolgt werden kann.
81 miles gefahren
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Wir wachen um 6:00 und können schnell ein paar Stullen schmieren und losfahren. Die letzte Station ist der Delicate Arch, der mit einer etwas längeren Laufstrecke zu erreichen ist. Wir sind unter den ersten auf dem Trail Head-Parkplatz und marschieren los, immer bergauf. Zunächst einen Schotterweg, dann geht es über ein schiefes Felsplateau weiter nach oben und schließlich über eine Felskante direkt am Abrgund, die Sabine etwas zu schaffen macht, die wir aber gemeinsam überwinden. Der Bogen steht frei und wirkt sehr imposant. Leider ist das Licht morgens hier nicht so schön, so dass wir nach ein paar Schnappschüssen wieder den Abstieg beginnen.
Kurz vor dem Parkplatz kann man noch ein paar Petroglyphen finden -alte Felszeichnungen der hier lebenden Navajo. Die „Wolfe’s Ranch“ ist eine alte Blockhütte eines einsamen Ranchers, der hier Anfang des 20. Jahrhunderts siedelte. Unvorstellbar, unter welchen Bedingungen man hier lebte, während in Europa und an der Ostküste die Moderne gerade im vollen Gang war.
Nach diesem Ausflug sind wir reichlich geschafft, wir waren wohl beim Aufstieg ein bisschen zu schnell. Daher sind wir froh, dass wir jetzt uns ins RV setzen können. Wir fahren zum letzten Mal die Serpentine zum Ausgang des Parks hinunter und folgen der 191 weiter nach Norden.
Der Dead Horse Point State Park und der Canyonland National Park sind uns einen Abstecher wert. Dort genießt man wieder einen tollen Ausblick auf den Colorado und seine Erosionsspuren, die hier wieder ganz anders aussehen als im Grand Canyon, viel weitflächiger aber nicht so tief. Die Strecke ist ruhig, es ist vergleichsweise wenig los. So schaffen wir diesen 50-Meilen-Abstecher in zweieinhalb Stunden. Wir sind inzwischen ziemlich müde und machen erstmal eine Stunde ein Nickerchen, bevor wir die 191 bis zu ihrem Ende in Crescent Junction fahren, einem Ort, der aus einer Tankstelle und der Autobahnauffahrt auf die Interstate 70 besteht.
Die I-70 nehmen wir nun nach Westen bis Green River. Wir fahren durch eine absolut trostlose, graue, aus Schotter- und Schuttbergen bestehende Gegend, in der es kaum ein Lebenszeichen gibt. Eine Mondlandschaft. Green River hat zwar einen Fluss, aber sonst ist auch diese Ansiedlung eine halbe Geisterstadt. Viele der wenigen Häuser stehen leer, die breite Hauptstraße ist verwaist. Aber die benötigte Tankstelle gibt es, so können wir uns für die nächste Etappe rüsten. Hier haben wir den nördlichsten Punkte unserer Reise erreicht.
Die letzten 44 Meilen bis Hanksville auf der State 24 vergehen schnell. Der Tempomat steht auf 65 Meilen, das RV dröhnt und klappert irgendwie beruhigend und die Gegend ist zwar nicht mehr ganz so trostlos, aber trotzdem menschenleer und ereignislos.
Gegen fünf kommen wir in Hanksville an und finden geich den RV-Platz, der etwas schmuddelig und heruntergekommen ist. Wifi geht, aber nur bis zum WLAN-Router. Ins Internet schafft er es nicht, das hatten wir nun schon öfter. Ein freundliches älteres Nachbarpaar empfiehlt uns Capitol Reef sehr. Sonst passiert nicht mehr viel, es gibt Kindernudeln (Fiorini, auf Sabines Wunsch) mit roher Tomatensauce. Unsere inzwischen erstandene Käsereibe erlaubt uns nun auch Nudeln ohne Käsewürfel zu machen.
Sabine hat sich einen Schnupfen eingefangen, wie ich schon vor einigen Tagen. Wir gehen früh schlafen.
207 miles gefahren
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Heute steht eine der längeren Trails auf dem Programm. Devils Garden heißt das Gebiet direkt neben dem Campingplatz, dort gibt es eine große Anzahl von Arches. Besonders der Landscape Arch und der Double-O-Arch sind oft genannt. Ein einfacher Weg führt zu ihnen hin und ein weiterer Weg, der etwas anspruchsvoller sein soll, wieder in einer größeren Runde zurück.
Wir kommen heute nicht ganz so früh aus dem Bett und starten gegen 8. Die ersten Arches, Tunnel Arch und Pine Arch, sind schnell erreicht und so machen wir uns am Abzweig in Richtung des „primitive trail“ auf. Der Weg ist erst sandig und schön zu laufen. Die meisten Besucher bleiben auf dem Hauptpfad, aber zu dieser Tageszeit ist sowieso noch nicht viel los.
Nach ca. 2 km wird der Weg felsiger und dadurch etwas leichter zu gehen. Wir kommen in ein Gebiet mit „fins“, das sind die senkrechten Scheibenartigen Felsblöcke, die durch erodierte senkrechte Einschnitte entstanden sind. Der Weg soll über einige dieser fins führen. In der Tat beginnen wir nun, aufwärts zu klettern, der Pfad wird schmal und steil und führt nun direkt auf den rundgeschliffenen Felsen entlang. Nun müssen wir über den fin hinwegkommen, da der Einschnitt zu Ende ist. Die Pfadmarkierungen weisen lapidar nach oben, es gibt Andeutungen einer Serpentine. Da hoch? Hmm, naja, muss wohl sein. Die erste Serpentine ist genommen, die zweite auch. Man muss nun richtig klettern, was auf den glatten Felsen nicht ganz einfach ist, trotz Wanderschuhen. Bei der dritten Serpentine wird es nun noch steiler und uns wird mulmig zumute. Immerhin stehen wir schon jetzt auf einem schmalen Grat einige Meter über dem breiteren Ende des Wegs. Weiter? Nein. Zurück? Ja, aber wie? Der Abstieg erscheint plötzlich ziemlich unmöglich. Ok, typische Touristenaktion, ohne Ahnung in die Berge klettern und dann festsitzen oder irgendwo runterfallen. Es sind nicht sehr angenehme Gedanken, die einem in so einem Moment durch den Kopf gehen. Wir bleiben erstmal dort stehen, wo wir sind und schauen, wie wir unbeschadet wieder zurück kommen. Nach einer ganzen Weile beginnen wir den Abstieg oder besser Abrutsch und gelangen ein paar Minuten später mit zittrigen Knien wieder auf festen Boden zurück.
Für erfahrene Kletterer wäre das wahrscheinlich ein No-Brainer gewesen, aber wir waren eindeutig überfordert. Erstaunlich, wie schnell man sich in so eine Situation manövriert. Auf dem Rückweg lesen wir auf einem Aushang eine Warnung vor genau dieser Situation, anscheinend sind wir nicht die ersten, denen das passiert.
Wir laufen den Weg zurück und gelangen auf dem regulären Weg zum Landscape Arch. Die anderen Arches sind wieder nur mit -wenn auch einfacherer- Kletterei zu erreichen. Für uns war der erste Versuch genug, wir kehren um und sind mittags erschöpft wieder am RV, wo wir uns erstmal ein bisschen erholen.
Nachmittags fahren wir noch einmal nach Moab. Wir müssen für die Folgetage noch einkaufen, ic h brauche noch eine Festplatte zur Datensicherung der vielen Fotos, die ich inzwischen gemacht habe, Briefmarken bei der Post gibt es zu holen und wir müssen mal wieder online gehen. In den letzten Tagen hat es mit WiFi nicht so ganz geklappt. Entweder hatten die Plätze keins oder es funktionierte nicht. Der Starbucks ist hier nur ein Shop im Supermarkt und hat kein eigenes Netz. Ein Raanger im Visitor Center gibt uns den Tipp, zur öffentlichen Bücherei zwei Blocks weiter zu fahren. Tatsächlich funktioniert dort der Funkkontakt und wir können ein paar Mails abrufen und unsere Buchungen für die nächsten Tage erledigen.
Der Einkauf war ergiebig, im hiesigen Supermarkt gibt es aufgrund der Kundschaft viele europäische Waren. Wir nutzen die Gelegenheit und kaufen ein paar nette Lebensmittel wie europäischen Käse und frisches Hühnerfleisch.
Den geplanten Abendausflug zum Delicate Arch der der schönste Bogen im Park sein soll, verschieben wir auf den nächsten Morgen, da es sonst auf dem Rückweg schon dunkel würde. Abends gibt’s asiatisches Huhn mit Spargel und Reis, abschießend räumen wir noch das RV auf, denn morgen geht es wieder los.
118 miles gefahren in den letzten 2 Tagen im Park.
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Wir sind um 6 am Visitor Center als Dritter in der Reihe. Da wir abends schon gehört haben, dass noch 12 der 24 Plätze frei sind, wird die Zuteilung wohl funktionieren. Nach uns kommen ein paar Schweizer, ein nettes Paar mit 2 kleinen Kindern. Wir unterhalten uns und so vergeht die Zeit bis zur Anmeldung. Eine ältere resolute Dame erklärt uns genau die Prozedur, wie man seinen Platz zu belegen habe. Es gibt dazu kleine briefkastenähnliche Behälter an den einzelnen Plätzen. Wenn dort kein Zettel drinsteckt, sondern ein Smiley zu sehen ist, kann man seinen erhaltenen, ausgefüllten Gutschein einwerfen und ab 10 Uhr darf man auf den Platz. Bis dahin müssen die Vorgänger weg sein. Questions? No Questions, also nehmen wir unseren Anmeldeschein in Empfang und machen uns auf den Weg in den Park.
Es geht gleich steil in Serpentinen nach oben und unmittelbar sind wir wieder in einem Red Rock-Area mit vielen interessanten Formationen, wieder anders als wir es bisher gesehen haben. Die ersten Arches, also Felsbögen, sieht man in der Ferne von der Straße. Aber wir müssen ja erst einen Smiley-Platz finden, so fahren wir die kurvige Straße bis zu Ihrem Ende. Dort liegt 10 Meilen vom Eingang entfernt der Campground. Da wir die ersten sind, gibt es noch genug Smileys zur Auswahl und wir wählen einen Platz ganz oben mit gutem Blick in die östliche Ebene hinab.
Jetzt wird erstmal gefrühstückt. Da es keine Hookups gibt, arbeiten wir mit den autonomen Systemen des RV, das heißt es gibt keine 110V und damit auch keine Kaffeemaschine. Aber der Gasherd tuts ja und so kommen wir zu einem zweiten Kaffee. Den ersten hatte Sabine schon während der Wartezeit am Visitor Center gekocht.
Gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg und besichtigen die ersten Arches. Die Sehenswürdigkeiten des Parks sind alle mit kleinen Parkplätzen ausgestattet und sind dann über kleinere Pfade erreichbar, teilweise in wenigen Minuten, teilweise sind es ein paar Kilometer zu laufen.
Wir fangen heute mit den einfachen Sites an, da wir schon ein bisschen groggy sind nach der kurzen Nacht. Windows Arches und Turret Arch liegen dicht beieinander und bieten eindrucksvolle Fesformationen. Mit der Zeit entwickelt man Geschick darin, die Objekte des Interesses so zu fotografieren, dass man „die Anderen“ nicht mit aufnimmt und trotzdem ordentliche Bilder zustandebekommt.
Nach diesen ersten Eindrücken fahren wir zurück zum Visitor Center, um uns über den Park weiter zu informieren. Auch hier gibt es eine kleine Ausstellung und den Souvenirshop. Auf der Rückfahrt zur Campsite besichtigen wir noch ein paar weitere sehenswerte Gesteine, aber wir machen heute früh Feierabend. Das Wetter ist schön und so kochen wir heute nicht, sondern nutzen unseren Campingtisch für ein abendliches Picknick. Einer der Camping-Ranger kommt vorbei und weist uns darauh hin, dass die Nacht stürmisch werde und dass wir besser nichts draußen lassen und die Fenster geschlossen halten wegen Sandstürmen. Das tun wir und tatsächlich wird es eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit sehr windig. Das RV schaukelt ordentlich und Sabine ist erstmal um den Schlaf gebracht. Ich kann bei dem Schaukeln gut einschlafen und mache das auch prompt.
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Wir müssen zurück nach Page, dort zweigt die State 98 ab, die uns weiter nach Osten führen wird. Kurz fahren wir noch beim Walmart vorbei, um Wasser nachzukaufen, dann sind wir wieder „on the road“. Nach etwa 100 Meilen erreichen wir Kayenta, die einzige nennenswerte Ortschaft seit Page. Jetzt sind wir schon fast in Utah. Hier sind wieder alle Ketten wie Best Western, MacDonalds, Burger King vertreten. Nur das Navajo-Museum finden wir nicht, in das Sabine gerne wollte. Auch eine Navajo-Rangerin (darf man das so sagen?) zuckt mit den Schultern, scheint also keine lokale Berühmtheit zu sein. Wir streichen den Besuch und biegen von der Federal 160 auf die 163 ab, die uns durchs Monument Valley führt. Ab sofort lauert John Wayne hinter jedem Stein, weil wir diese Strecke natürlich schon unser ganzes Leben lang aus den diversen Western und Road Movies kennen. In echt ist es natürlich doch noch etwas beeindruckender, auch wenn sich die felsigen Motive zunächst dem Fotografieren zu entziehen scheinen. Das ist natürlich nur ein Marketingtrick der Navajo, die um die besten Fotografierstellen eine Fee Area eingerichtet haben. Für 10 Dollar dürfen wir rein und können aus der Nähe des „The View“-Hotels, das gerade renoviert wird, fotografisch austoben. Der Souvenirshop hat hier diesmal auch ein paar schöne Schmuckstücke zu bieten. Wie immer haben wir zielsicher die teuerste Variante gefunden. Eine Halskette kann man hier auch für 5000 Dollar erwerben, wir verzichten darauf und setzen die Reise in Richtung Norden fort.
In Monticello machen wir eine kurze Kaffeepause im Peace Tree Juice Cafe, einem netten kleinen Cafe an der Straße. Kurz darauf sehen wir Wilson Arch, den ersten Vorboten des kommenden National Park.
Kurz vor sechs kommen wir in Moab an und fahren erst einmal zum Arches NP Visitor Center. Wir möchten sichergehen, dass wir einen Stellpltz im Park selber bekommen. Da es nur 24 Plätze gibt, die morgens nach der Devise „first come – first serve“ vergeben werden, wollen wir die genauen Modalitäten wissen. Der Ranger hat fast Feierabend und berichtet mit einer gewissen Schadenfreude, dass die Plätze ab 7:30 vergeben werden, aber dass wir am besten schon um 6:30 oder noch besser um 6 da sein sollten, da der Andrang oft groß sei. Hmm, also schon wieder früh aufstehen? Plötzlich schließt das Center für uns unvermutet und erst jetzt fällt uns auf, dass Utah nicht mehr Pacific Time hat, sondern Mountain Time. Also noch eine Stunde früher aufstehen. Naja, es ist ja für einen guten Zweck…
Wir nehmen den Weg zurück ins Zentrum von Moab, das recht belebt ist aufgrund der vielen Parktouristen. In den 50ern war Moab das Zentrum des Uranbergbaus in den USA, die Stadt ist daher großzügig angeegt, wenn auch inzwischen wieder stark geschrumpft.
Sabine möchte gerne mal in ein „Family Restaurant,, so gehen wir auf dem Rückweg zu Denny’s. Hier erleben wir US-Alltag pur. Familien, Alte, Junge, alle sitzen hier und essen Ihr Dinner. Das ist nebenbei bemerkt nicht besonders gut, aber versuchen muss man ja alles mal.
Unser Platz ist diesmal wieder von KOA, ganz ordentlich, aber wieder direkt neben der Straße. Wir
planen noch grob die Route für die Folgewoche und das war’s auch schon wieder.
313 miles gefahren.
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Um 8:15 stehen wir am Registration Desk der Wahweap Marina Lodge und nehmen unsere Ticket für die Rainbow Bridge Tour in Empfang. Joan und Eddie hatten diesen Ausflug sehr empfohlen und so haben wir unser Reisebudget um die absurd hohe Gebühr erleichtert. Immerhin gibt es Getränke und ein Lunchpaket so dass wir über den Tag gut versorgt sind.
Wir entern das Boot, das auf dem Oberdeck Freiluftsitze hat, leider ohne Bedachung. Bald darauf beginnt die Tour und wir freuen uns über so viel Wasser nach den dürren Landschaften der letzten Tage.
Gut drei Stunden brauchen wir bis zum Hauptziel unserer Fahrt, der Rainbow Bridge. Dieser beachtliche Sandsteinbogen mit einer Höhe von fast 100 Metern und einer ebenso großen Spannweite ist erst Anfang des 20. Jahrhunderts von den Weißen „entdeckt“ worden und gilt als Heiligtum der Navajos.
Die Zeit bis dahin wird uns nicht lang. Der Stausee führt durch ein Red Rock-Gebiet, das trotz Überflutung großer Teile des Canyons immer noch imposant aufragt. Erstaunlich, dass die Erosion des Gesteins an jedem Ort, den wir besuchen, immer wieder andere Formen hervorbringt. Nur die Schichtung des Gesteins ist allgegenwärtig und bleibt uns auch hier in Erinnerung.
Der Captain unterhält uns mit allerlei Anekdoten. Auf der Rückfahrt ziehen wir wegen zu viel Sonne ins Unterdeck und bekommen so mit, dass es sich bei diesem Ausflug um eine Art Fahrschule handelt. Der Captain ist neu und erst wenige Male auf dem See gefahren. An einigen Stellen im engen Cathedral Canyon muss er schon ganz ordentlich rangieren, bis wir ohne Kollision die Engpässe wieder verlassen können.
Die Bridge selber ist 30 Minuten vom Anlegeplatz entfernt. Der stark gesunkene Wasserspiegel des Sees verlagert den Kai weiter weg und wir laufen den Weg in der Mittagshitze bis zum imposanten Bogen. Ranger Chuck ist vor Ort und passt auf. Er erzählt aber auch gerne und so erfahren wir einiges, humorvoll vorgetragen, über die Entstehung und Entdeckung des Bogens.
Zurück geht es denselben Weg. Wir nehmen unser Lunchpaket in Empfng und treten die Rückfahrt an. Der bereits erwähnte Cathedral Canyon ist einen Abstecher wert und ebenso eine weitere Marina bei Dangling Rope, wo man wieder einmal Souvenirs kaufen kann.
Um fünf sind wir zurück in Wahweap. Wir haben ein ziemliches Dröhnen in den Ohren, die 2 mal 1000 PS-Motoren sorgen im Inneren des Boots bei Vollgas für einen beachtlichen Lärm. Trotzdem Nach der Rückkehr zum Campground verbrauchen wir die letzten Spaghetti , diesmal mit Artischocken und Oliven.
Dump und Wasser sind organisiert so dass alle Versorgungsleitungen abends schon gekappt werden können, damit wir am nächsten Morgen schneller loskommen.
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5:40 – wir wachen vor dem Wecker auf und sind um 6:30 abfahrbereit. Richtung Page geht es heute. Die Stadt entstand in den 50ern, als in der Nähe ein Staudamm am Colorado gebaut wurde. Diesem Damm verdanken wir heute den Lake Powell, den zweitgrößten künstlichen See in den USA.
Zunächst fahren wir jedoch über die State 64 östlich aus dem Grand Canyon National Park heraus und haben von der Straße aus noch einmal Gelegenheit, einen Blick in den Canyon zu werfen. Unglaublich, dass sich dieses Gebiet über eine Länge von über 300 Kilometern erstreckt! Wir wechseln nach 80 Meilen nach Norden auf die Federal 89, die uns ereignislos an einem Gebirgsrücken entlang nach Page bringt. Wir haben es ein bisschen eilig, weil wir bei Page auch die Antelope Canyons besichtigen wollen und man dort am späten Vormittag die besten Lichtverhältnisse hat.
Ganz schaffen wir es nicht. Wir müssen noch Geld holen, da die Canyons Navajo-Gebiet sind und dort wird gerne in Cash gezahlt. Die Eintrittspreise haben sich gewaschen – für uns beide 52 Dollar für den unteren Canyon und 62 Dollar für den oberen. Aber inzwischen haben wir uns an die überall relativ hohen Eintrittspreise gewöhnt.
Zuerst fahren wir zum unteren Canyon. Außer einer Blechhütte und einem staubigen Parkplatz mitten in der Wüste ist erst einmal nichts zu sehen. Wir müssen eine Viertelstunde warten, dann nimmt uns ein Navajo-Führer (oder besser gesagt, Aufpasser) mit einer Gruppe von 15 Leuten mit zum Canyon. Der beginnt im wahrsten Sinne des Wortes als Spalt in der Erde und wir zwängen uns durch eng gestelltes Sandgestein hinab. Da die Steine rundgeschliffen sind, geht es einfach. Nun geht es die nächsten 45 Minuten durch teils enge, teils etwas weitere Gänge aus Sandstein, der durch die Strömung des Wassers surreale Formen angenommen hat. Ein schmaler Spalt läßt von oben Tageslicht herein und beleuchtet den Canyon so dass ein goldgelbes Licht von den Wänden zurückgeworfen wird. Es ist absolut atemberaubend. Man könnte stundenlang verweilen und sich die wiederkehrenden und doch immer neuen Farben und Formen anzusehen. Der Führer schiebt uns aber konstant weiter nach unten, die nächste Gruppe wartet schon.
Nach diesem Erlebnis brauchen wir keinen zweiten Canyon, wir verlassen das Gebiet wieder Richtung Page. Dort decken wir uns beim Walmart mit Lebensmitteln und Wasser ein. Inzwischen trinken wir jeder 4-5 Liter Wasser täglich, das braucht man in dieser trockenen heißen Luft. Und so kommen die Paletten mit Wasserflaschen ins RV.
Die 89 führt uns nun zum Staudamm. Wir fahren parallel dazu auf einer zeitgleich gebauten Brücke über den Colorado-Canyon und halten uns kurz im Visitor Center des Staudamms auf. Auch hier ist die Homeland Security präsent. Taschen sind tabu, man muss durch eine Sicherheitsschleuse und darf erst dann in die übliche kleine Ausstellung und den Souvenirshop. Führungen durch den Damm gibt es an diesem Tag leider nicht mehr.
Ein paar Meilen weiter biegen wir in Richtung Wahweap Marina von der 89 ab. Wir haben im nebenan liegenden Campground zwei Nächte gebucht. Nach kurzer Suche finden wir den Platz. Das Areal ist neu ausgebaut und erinnert wie oft bei den privaten Plätzen eher an einen Supermarktparkplatz. Die Infrastruktur ist aber vollkommen in Ordnung – wir finden neben den Hookups auch die obligatorische Picknickbank und einen Grill sowie eine Laundry am Empfang.
Heute ist Waschtag. Sabine stopft die Wäsche in eine Münzmaschine und wir nutzen die Wartezeit zu einem kurzen Gang zur Marina, damit wir die Abfahrtstelle des morgigen Bootsausflugs kennen lernen.
Nach der Rückkehr koche ich schnell was Asiatisches zusammen.
167 miles gefahren.
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Leider findet der Sonnenaufgang schon um 5:30 statt. Da wir im Dunkeln nicht die ganze Strecke bis zum Canyon laufen wollen, nehmen wir den ersten Bus ab Market Plaza. Der fährt um 4:30, also müssen wir um 3:30 aufstehen. Der Wecker klingelt und wir kämpfen einen Moment mit der Motivation, aber Sabine schafft dann den Durchbruch und steht auf. Schnell noch ein paar Sandwiches gemacht und dann geht es los.
Als wir am Aussichtspunkt ankommen, sind schon drei bis 4 andere Leute da, dick eingepackt, denn es ist recht kühl, ca. 8 Grad. Ich habe den besten Stativplatz ergattert und mache schon mal ein paar Fotos. Nach und nach füllt sich das Plateau, eine japanische Reisegruppe sorgt kurz vor Sonnenaufgang dann für gute Belegung und angeregte Unterhaltung über die Schönheiten des Grand Canyon, von denen wir mangels Sprachkenntnis leider kein Wort verstehen. Die heimische Fotoindustrie muss unter den Japanern nicht leiden, es wird fleißig geknipst. Die Sonne erscheint pünktlich und es werden tausende Bilder hergestellt. Nach einer halben Stunde ist der Charme des Sonnenaufgangs vorbei und die Japaner sind verchwunden. Wir machen uns auch auf den Weg, denn wir wollen noch ein wenig wandern.
Dazu begeben wir uns mit dem Shuttle zur Bright Angel Lodge. Dort bekommen wir sogar schon einen Kaffee , bestaunen noch die Mutigen, die per Muli ins Innere des Canyons absteigen wollen und machen uns dann gestärkt auf dem Rim Trail am Rande des Canyons auf in Richtung Hermits Rest. Es geht stetig bergauf, wir haben eine prächtige Aussicht in den Canyon. Parallel zum Trail verläuft weiter landeinwärts eine Straße, die inzwischen nur noch von Shuttle-Bussen befahren wird. Alle ein bis zwei Kilometer ist ein Aussichtspunkt, dort hält der Bus und man kann so ohne großen Aufwand alle diese Punkte besuchen. Wir halten sieben Kilometer zu Fuß durch, bevor es zu heiß wird. Inzwischen ist es 11 Uhr und wir nehmen für die letzten Stationen auch den Bus, dessen Fahrer sich mit launigen Sprüchen die Langeweile vertreibt. Die Touristen nehmen’s hin.
Hermit’s Rest bietet außer einem Souvenirshop nicht viel, so dass wir denselben Bus gleich wieder besteigen und zurückfahren. Im RV legen wir uns erst mal wieder ins Bett, war doch ein bisschen früh heute morgen.
Abends gibt es noch Reis mit Gemüse und Parmesan in Stücken, da es leider keine Käsereibe im RV gibt.
Wir gehen früh schlafen, denn am nächsten Tag wollen wir wieder früh los. So langsam wird das ein Frühaufsteherurlaub!
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Flagstaff würde bei uns wohl Mittelzentrum genannt werden. Die Hauptstadt des Coconino County entstand während der Zeit des Eisenbahnbaus und lieferte durch ein großes Sägewerk viel Material dazu. Wir schauen uns morgens als erstes das „Riordan House“ an. Das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete großzügige Anwesen wurde auf Betreiben der Gebrüder Riordan erstellt. Die Familie Riordan wurde durch die Führung und Ausbau des Sägewerks zu einer der führenden Familien in der Stadt und ließ sich ihren Stammsitz mit allem, was gut und teuer war, ausstatten. Im damals hochaktuellen Arts & Crafts-Architekturstil erstellt, bietet das Haus bei schlichtem Erscheinungsbild alles, was die Familie von Welt brauchte, inklusive elektrischem Licht, Zentralheizung, 6 Garagen und viel Platz für die große Familie. Das Haus beeindruckt uns durch sein ansprechendes Innenkonzept und durch die nahezu vollständig erhaltene Einrichtung der Familie. Wir bekommen eine Führung von einem Volunteer, der mit Humor und vielen Details die Geschichte der Riordans für uns lebendig macht.
Die Besichtigung dauert länger als geplant, so dass wir uns die weitere Stadterkundung schenken. Schade, der Ort hat einiges zu bieten und kommt auf die Merkliste fürs nächste Mal. Wir verlassen die Stadt über die State 180 nach Norden und besuchen noch kurz das Northern Arizona Museum, ein privat geführtes Natur- und Geschichtsmuseum, das dem Vernehmen nach eine der Stellen ist, wo man indianisches Handwerk in seriöser Qualität erwerben kann. Das bestätigt sich, allerdings sind die Stücke, die sich deutlich vom Touristenkitsch abheben und uns gefallen, nicht bezahlbar. Eine dezente kleinere Tonvase kann da schon mal 500 $ kosten oder ein Schmuckanhänger kann auch vierstellig werden. So legen wir unser Geld lieber in Büchern an (mir schwant Böses für den Rückflug, wenn ich die Bücherkaufrate hochrechne) und setzen unsere Fahrt Richtung Grand Canyon fort.
Die Fahrt ist heute kurz, viel Kieferwald säumt die Straße. Ein herausragendes Landmal ist Humphreys Peak, ein 4000er Berg, der nahe Flagstaff liegt und plötzlich schneebedeckt hinter uns sichtbar wird.
Im Grand Canyion National Park erleben wir zum ersten Mal eine Eintrittskontrolle in Form einer Mautstelle an der Straße. Unser Pass ermöglicht uns die Einfahrt ohne weitere Zahlung und bald erreichen wir den Mather Campground. Wir hatten vorher über Internet eine Nacht reserviert. Als ich meinen Namen nenne, bekomme ich nur Kopfschütteln. Ich krame nach der Reservierungsnummer und erhalte ein lapidares „das ist eine Reservierung für morgen“ zur Antwort. Da hab ich wohl was durcheinandergebracht! Sehr ärgerlich, vor allem, wo wir die letzten zwei Tage vieles links liegen gelassen haben, weil wir rechtzeitig hier ankommen wollten. Menschen hinter öffentlichen Schaltern in den USA verbreiten oft eine Stimmung wie einst an der DDR-Grenze. Also jetzt nur keinen Fehler machen. Ich bin entsprechend zerknirscht und frage, was wir denn da nun tun könnten, da ich ja nun eine Verschiebung der Reservierung brauche. Missmutig tippt die Grenzerin auf ihrem Computer herum und sagt dann irgendwann „18 Dollar“. Sie hat mir nun eine zusätzliche Nacht gebucht. Ich traue mich nun engültig nicht mehr, auf die eigentlich gewünschte Verschiebung hnizuweisen und bezahle die zweite Nacht. Dann bleiben wir hier halt das erste Mal einen ganzen Tag.
Nun wollen wir aber auch was vom Spektakel sehen. Wir laufen eine halbe Stunde zum Visitor Center, da uns die Shuttles auf dem Gelände noch nicht vertraut sind. Von dort ist es nur noch ein kurzer Gang bis zur Südkante des Grand Canyon. Hier ist reger Betrieb, viele Touristengruppen sind unterwegs, um diesen Anblick zu bestaunen. Das Panorama ist beachtlich, hunderte Meter tief erstreckt sich der Canyon über den gesamten Sichtbereich und zeigt verschiedenste Gesteinsformationen, die teils hell beleuchtet sind und teils schon im Nachmittagsschatten liegen. Wir beiben nur kurz, Sabine schlägt vor, erst einmal einzukaufen und dann zum Sonnenuntergang zurückzukehren. Wir nehmen nun also den Shuttle zum General Store und besorgen dort noch Wasser und einige Lebensmittel. Von dort kommt man gut zu Fuß zum Campground zurück. Wir machen uns schnell ein paar Brote und starten dann wieder Richtung Canyon, bewaffnet mit dicker Kleidung, Taschenlampe und Stativ.
Wir sind nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen sind. Die Aussichtspunkte füllen sich gegen 7:30 zusehends, so dass es schwierig wird, einen guten Standpunkt zu bekommen. Irgendwann gelingt es uns und ich experimentiere viel mit der Kamera, um einigermaßen ordentliche Bilder hinzubekommen. Der nun bereits in der Dämmerung liegende Canyon macht die Belichtung schwer. Um 9 ist es dann dunkel. Die Menschenmengen sind verschwunden und wir machen uns mit Taschenlampe auf den Rückweg. Es wird eine kurze Nacht werden, denn beim Sonnenaufgang sind wir natürlich wieder dabei!
86 miles gefahren.
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Wir bleiben Frühaufsteher. Um 6 klingelt der Wecker, wir sind um 8 wieder unterwegs. In Prescott heben wir Geld ab, inzwischen ist es mit unserer EC-Karte kein Problem, hier Dollars zu bekommen.
Wir verlassen Prescott über den Pioneer Parkway, der sich als Stae 89A bald zu einer wilden Serpentinenstraße entwickelt, die am Mingus Mountain einen Pass zu überwinden hat. Auf der Rückseite liegt Jerome auf 5200 ft Höhe an den Berghang geklebt. Das Städtchen war in den 30er Jahren eine Bergbau-Boomtown, die nach dem Krieg zur Geisterstadt verkam und erst von ein paar Blumenkindern wieder zum Leben erweckt wurde. Heute ist die Stadt ein Touristenziel, man kann in vielen Shops mehr oder weniger künstlerisches bestaunen und erwerben. Wir beschränken uns auf einen kurzen Gang durch die Main Street, es ist noch früh und die in die Jahre gekommenen Blumenkinder sind noch nicht in ihren Geschäften.
Abschließend besuchen wir noch die Histoic Mining Town, die sich als ein halbwegs sortierter Schrottplatz mit ein paar hergerichteten Geschäftbuden „wie früher“ den Charme der Zeit von vor 100 Jahren erwecken will. Halbwegs gelungen, wenn man sich für die Inhalte dieses „Männerspielplatzes“ interessiert, wie Sabine diese Ansammlung tituliert.
Weiter geht es ins Tal nach Camp Verde. Sabine möchte ins Fort Verde, das aber geschlossen ist. Weiter geht es entgegen dem Ratschlag des Reiseführers zum „Montezuma Castle“, dass am Beaver Creek schön gelegen ist und in Wirklichkeit eine Festung in einer Steilwand ist, die die Ureinwohner im 13. Jahrhundert bewohnten und dann irgendwann überraschend verlassen haben.
Die Anlage ist ein Statepark und wir können den von Eddie überlassenen Annual Pass nutzen, um den Eintritt zu sparen. Dieser Pass wird uns auch in der Folge noch an vielen Stellen gute Dienste leisten.
Wir machen die Runde durch den Park. Die Festung in der Steilwand ist schon beeindruckend. Sonst gibt es nicht viel zu sehen, so dass wir bald wieder los können.
Das nächste Ziel sind die Montezuma Wells, ein rundes Wasserbecken, dass an einen Krater erinnert, tatsächlich aber eine unterirdische Ausspülung war, die dann von oben freierodiert ist. Es ist sehr heiß inzwischen, trotzdem machen wir uns an den kurzen Aufstieg. Oben sitzt einer der vielen Volunteers, die uns in diesen Parks noch begegnen werden (hier eine ältere Frau in Ranger-Uniform), die uns kurz etwas zur Entstehung und Nutzung duch die Indianer erzählt. Wir klettern natürlich auch noch innen den Weg bis zum Wasser hinunter. Bis eine amerikanische Touristengruppe auftaucht, ist es ein friedlicher Ort. Wir flüchten uns durch die Hitze zurück ins klimatisierte RV und fahren weiter auf der State 179 in Richtung Sedona. Dort gibt es „Red Rock“, den ersten, den wir auf dieser Fahrt sehen werden.
Sedona begrüßt uns in der Tat mit einem sehenswerten roten Felsen schon von weitem. Wir fahren zunächst ins Visitor Center und bekommen von einem Ranger die Sehenswürdigkeiten der Gegend erklärt. Bellhouse Rock und Courthouse Butte sind die Felsen, die direkt im Ort liegen, man kommt sowieso an ihnen vorbei. Die Red Rock Chapel ist sehenswert, dann zum Airport – Airport? Yes, Airport, von dort aus soll man eine sehr schöne Sicht haben. Und wenn man noch mehr Zeit hat, kann man auch noch in den Red Rock State Park.
Gesagt, getan. Die Felsen direkt im Ort sind sehr beeindruckend, zumal der Ort nicht weiter störend in Erscheinung tritt. Man hat sich hier Mühe gegeben, ihn der Landschaft so weit wie es geht anzupassen. Die Kapelle erreicht man durch ein Wohngebiet, die Anwohner sind vermutlich bereits hinreichend genervt von den Touristenströmen. Parkplätze gibt es nicht, stehenbleiben darf man auch nicht, also springt Sabine aus dem Auto und schießt schnell ein paar Fotos während ich den Wagen wende. Dann zum „Y“, der Hauptabzweigung im Ort und Richtung Flughafen eine kleine Serpentinenstraße hoch. Vom Parkplatz kommt man tatsächlich auf einen Aussichtsbereich, von dem aus man ins Tal schauen kann. Die interessantesten Berge sieht man allerdings von dort aus nicht. Das geht erst, als wir beim Herabfahren einen Parkplatz entdecken, von dem aus man kurz, aber steil auf einen Outlook klettert und die östlichen Berge im Nachmittagslicht bewundern kann. Sabine geht bald wieder zurck zum Auto, ich bleibe noch eine Weile sitzen und erfreue mich an der Aussicht. Genauso war meine Erwartung an die Gegend, ich freue mich, dass sie erfült werden konnte.
Nun geht es leider viel zu schnell die State 89A steil herunter durch den Oak Creek Canyon, der sich lang hinzieht und sehr grün ist, einige Wiesen und auch die ersten „richtigen“ Laubbäume in freier Natur vorzeigt. Wir müssen uns beeilen, weil wir noch vor dem Dunkelwerden in Flagstaff ankommen wollen, der Sedona-Ausflug hat länger gedauert als geplant. Schade, hier wäre ich gerne noch länger geblieben.
Wir schaffen es nicht ganz vor der Dunkelheit und müssen unser RV auf dem Campingplatz im Dunkeln anschließen, was nach dem Besorgen eines Adapters für die Elektrik auch gelingt. Zum Abschluss gönnen wir uns ein Steak im Black Bart, der Camping-Kneipe. Es wird Klavier gespielt und dazu gesungen. Seltsam, dass die Sänger(innen) nach jedem Lied wechseln. Erst als unser Kellner sagt „Moment, ich muss erst noch singen, dann nehme ich die Bestellung auf“ fällt uns auf, dass die Sänger alle auch bedienen. Das Rätsel löst sich auf, als wir mitbekommen, dass die Kellner alle Musikstudenten der North Arizona University sind und sich im Black Bart etwas dazuverdienen. Das bestellte Steak ist gut und deutlich billiger als in LA, wir schaffen es gerade noch zurück zum RV bevor uns die Augen zufallen.
150 mi gefahren
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Auch heute klingelt der Wecker früh, Sabine ist allerdings schon von den Straßengeräuschen aufgewacht. Wie geht’s nun weiter? Wir wissen ja nun, wieviel wir so etwa täglich fahren können, allerdings möchte ich nicht immer so viel fahren wie am Tag zuvor. Wir erstellen also einen groben Plan für die nächste Woche – Sedona, Flagstaff, Grand Canyon, Page, Moab und buchen die Sites wo schon abzusehen ist, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt dort sein werden. Der Platz hat WiFi, so dass dies kein Problem ist. Auch die Bootstour in Page buchen wir schon einmal. Sie ist nicht ganz billig, aber Joan und Eddie haben uns sehr dazu geraten. Und ein Tag auf dem Wasser ist ja mal eine schöne Abwechslung von unserer Rappelkiste.
Die Planung braucht ihre Zeit und so starten wir erst kurz nach 10, aber mit dem guten Gefühl, nun für die nächsten Etappen gerüstet zu sein. Heute ist ein „Fahrtag“, also eine lange Strecke schaffen, um dann eine interessante Gegend in Ruhe erkunden zu können. Wir starten direkt auf der I-40 Richtung Osten und machen nur einen kurzen Stop in Ashfork an der Grenze von Arizona.
In Prescott finden wir dann den Yavapai Campground etwas außerhalb, sehr schön gelegen in einem lichten Kieferwald mit Blick auf die nahen Granite Mountains. Ein richtiger amerikanischer Campingplatz, wo auch fast nur Zelte stehen, wir sind bei unsere Ankunft die einzigen mit RV. Hier gibt es auch keinen Empfang, man muss sich selber registrieren und das Geld am Eingang einwerfen.
Abends Wanderung im Prescott National Forest, wir starten erst um halb fünf und nehmen den Trail hinunter zum See. Das „Hinunter“ erweist sich als schöner, aber auch steiler Waldweg. Unten erwartet uns ein kleiner, schön gelegener Stausee. Der Rückweg ist dann ziemlich anstrengend, auch weil Sabine losspurtet, um nicht zu spät zurück zu sein, sie möchte nicht im Dunkeln durch den Wald laufen.
Da wir im Campground „Off-hook“ sind, ist unsere Stromversorgung eingeschränkt und die Wasserpumpe dröhnt bei jeder Benutzung. Naja, kleine Einschränkung bei der komfortablen Unterkunft mitten im Wald.
Spät gibt’s noch einen Gemüseauflauf, nachdem Sabine herausgefunden hat, wie der Gasherd zu entzünden ist.
Wir schlafen in ruhiger Umgebung früh ein.
222 miles gefahren.
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Früh um 6 aufgestanden, um rechtzeitig um 8 am Joshua Tree Infocenter zu sein. Dort treffen wir uns mit Joan und Eddie, die uns mit ihrem Wagen mitnehmen in den Park. Sie sind dort schon gewesen und kennen die interessanten Stellen: das Hidden Valley, das lange durch einen Ring von Felsen geschützt war und sich daher seine ganz eigene, abgeschlossene Atmosphäre bewahren konnte. Den Skull Rock, der wie ein menschlicher Schädel wirkt. Der Cholla Cactus Garden, der eine bizarre Gartenlandschaft bei 91°F bietet Der Broken Arch Rock, in dessen Steinen man schön rumklettern kann (was wir uns bei den Temperaturen ersparen). Schon sind 5 Stunden vorbei und wir fahren zurück zum Infocenter.
Dann noch schnell einen Abschiedskaffee beim lokalen Starbucks. Die WiFi-Probe zeigt, dass man auch hier nur mit Account weiterkommt und das Netz nicht mehr frei ist wie wohl früher. Eddie bekommt allerdings heraus, dass man mit einem Guthaben von 5$ auf einer Starbucks-Membercard dann doch zwei Stunden frei ins Internet kommt. Also wird noch eine Karte gekauft, Joan legt dann den Account zuhause an und ruft uns zurück für die Zugangsdaten. Das ist einfacher als übers Telefon.
Nun trennen sich unsere Wege erst einmal, Joan und Eddie fahren zurück nach Barstow, nicht ohne uns mehrfach vor den exorbitanten Benzinpreisen in Needles zu warnen. Wir nehmen den Weg nach Osten in Richtung 29 Palms, wo wir erstmal tanken. Die automatische Kreditkartenautorisierung an der Zapfsäule scheitert an der angeforderten PLZ-Eingabe und erst nach einiger Überzeugungsarbeit gibt die Kassiererin die Zapfsäule frei zum Vorabbetanken und manuellem Zahlen.
Die Strecke, die wir nun fahren ist relativ einsam und führt durch weite Ebenen mit Gebirgsketten in der Ferne. Es ist trocken, fast Wüste. Irgendwann landen wir dann auf den Überresten des Highway 66, der an dieser Wegstrecke eine lange, geradegezogene zweispurige Straße ist. Die Fans der Straße haben Ihr Dasein durch am Straßenrand aus Steinen zusammengelegte Botschaften bewiesen. Ob sie auch für die Bäume voller Schuhe verantwortlich sind, wissen wir nicht.
Am Abend kommen wir dann auf die Interstate 40 und fahren in Needles direkt auf den KOA-Platz der zwar unschön direkt am Interstate liegt, aber dafür gut zu erreichen ist – das werden wir noch öfter so sehen. Nach ein paar schnellen Spaghetti geht es dann schnell ins Bett.
154 miles gefahren.
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Wir sind früh aufgestanden, da wir um 7 im Hotel abgeholt werden. Gemeinsam mit einer Österreicher Familie und 3 Französinnen fahren wir zu Roadbear, eine halbe Stunde Fahrtzeit auf der holprigen Interstate durch L.A. Gibt uns einen Vorgeschmack auf die Straßensituation.
Dort erstmal Verträge unterschrieben und Einweisung – Wie fährt man so ein Wohnmobil, wie versorgt man es mit Wasser, Strom, Gas, wir funktioniert Abwasser, Klimaanlage, Küche, Markise. Ich filme alles mit, da wir noch aus Neuseeland wissen, dass man einen Tag später alles wieder vergessen hat. Überprüfung auf Schäden, schnell die Koffer reinstellen und dann geht es los, 4 Stunden hat das gedauert. Zuerst zum Super VONS, Grundausstattung einkaufen. 200$ kann man schon mal loswerden, wenn man „europäisch“ einkaufen will, was durchaus geht (mal abgesehen vom Brot). Supermarkt ist also inzwischen auch ein stark global vereinheitlichtes Konzept. Joan wird uns später sagen, dass VONS ein teurer Laden ist, das erklärt das reichhaltige Angebot.
Der Wagen rappelt und dröhnt auf den holperigen LA Freeways. Besonders der Gasherd tut sich durch eine Vielzahl von klappernden Teilen hervor, die wir erst nach und nach durch zwischengelegte Handtücher beruhigt bekommen. Trotz Samstag morgen ist der Freeway gut belegt, die LA-Freeways sind anscheinend immer zu knapp.
Gen Osten lichtet sich der Verkehr, bis wir nach einigen Stunden von der I-10 abzweigen auf die State 62. Jetzt merken wir, dass unser RV, wie man die Wohnmobile hier nennt, gar nicht so schnell fahren kann wie angenommen, da nun der Rückenwind von der Seite kommt und uns ständig von der Straße drängen will. Also Tempo noch weiter runter, dann geht’s.
Tja, wo war denn nun eigentlich der Joshua Tree Lake Campingplatz, den ich in weiser Voraussicht übers Internet gebucht habe? Irgendwo in Joshua Tree, steht in der Email, die ich als Bestätigung bekommen habe. Nur leider sind wir gerade offline… Aber zum Glück sehen wir in Yucca Valley in Visitor Center, dass uns den Weg erklären kann.
Prompt finden wir den Campingplatz, der sich als Wüstenrefugium einiger Alt-68er erweist. Da das große Songfestival aber erst 14 Tage später stattfindet, haben wir viel Platz, es stehen nur einige 8 Wagen herum. Der Lake ist ein etwas größerer Tümpel. Das wenige mickrige Grün darum herum wissen wir erst nachträglich nach einigen Tagen Wüstenerfahrung zu schätzen.
Sabine dreht noch eine Runde, während ich zum RV zurückkehre. Der Nachbar erklärt gerade irgenwelchen Neuankömmlingen, dass wir schon seit 3 Tagen auf dem Platz stünden. Ich frage sie, was sie denn suchen und die Frau erklärt mir, dass sie einen Camper mit Leuten namens Sabine und Martin suchen würden. Geistesgegenwärtig erkäre ich, dass wir das sind und in der folgenden Begrüßung stellt sich heraus, dass es Joan und Eddie sind. Joan ist eine ehemalige Kollegin von Sabine, die nun wieder in den USA in Barstow in der Nähe von LA wohnen. Sie sind spontan nach Joshua Tree gekommen, das Sabine es nicht geschafft hat, sie anzurufen. Sehr nett. Sie besichtigen das RV und finden bestätigt, dass Deutsche nie was tiefgekühltes kaufen, das entsprechende Fach im Kühlschrank ist bei uns leer. Eddie testet noch den Fernseher, ohne Erfolg – kein Empfang.
Abends gehen wir noch gemeinsam zu Sizzler, ein McDonalds-artiges Steakhaus, in dem reger Familienbetrieb herrscht. „Richtige“ Restaurants wie bei uns sind hier in der Provinz anscheinend nicht so gefragt, man besucht eines der vielen Kettenrestaurants.
Joan und Eddie bringen uns zurück zum Campground. Wir verabreden uns noch für den Parkbesuch am Folgetag, dann steht für uns die erste Nacht im fahrbaren Bett an, die wir gut verbringen.
174 miles gefahren.
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L.A.-Besichtigung! Wir haben den Jetlag anscheinend ganz gut verkraftet und starten früh mit einem Grande Latte plus Gebäck beim hoteleigenen Starbucks, da die Frühstückspreise im Hotel nun endgültig das Budget sprengen würden. Wir machen unsere Erfahrungen mit dem Hotelservice, da ich den Safecode vergessen hatte und nun einiges an Zureden beim Hotel Manager brauchte, bis er akzeptierte, dass ich den Code wirklich nicht mehr weiß. Dann ging es aber schnell, den Safe wieder aufzubekommen, in aller Freundlichkeit.
Zunächst mit dem Hotel-Shuttle zurück zum Flughafen, dann mit dem Alamo-Shuttle zur Vermietstation, die etwas hinter unserem Hotel liegt. Die Übernahme geht trotz Schlange relativ schnell, man checkt ein und sucht sich dann auf dem Parkplatz ein Fahrzeug nach Wunsch aus – in der passenden Klasse natürlich.
Wir haben ein Navigationssystem mitgebucht, was nun relativ schnell dazu führt, dass zwei Frauen auf mich einreden, leider in unterschiedlichen Sprachen und mit widersprüchlichen Anweisungen. Trotzdem schaffen wir es mit vereinten Kräften zur Union Station, dem Hauptbahnhof, der als Art-Deco-Bau weitgehend erhalten geblieben ist.
Die angrenzende Touristen-Mall meiden wir lieber und marschieren Richtung Downtown los.
Die City Hall ist ein 1928 im Art-Déco-Stil erbauter 26-stöckiger Bau, von dem der Reiseführer behauptet, dass man auf eine Aussichtsplattform hinauffahren kann. Wir fassen uns ein Herz und passieren die Sicherheitsschleuse und befinden uns unverwechselbar in einem Behördenbau. Die Lobby ist noch Art Déco, aber spätestens im Aufzug ist alles nur noch Zweckarchitektur. Wir müssen zweimal den Fahrstuhl wechseln, was nach einigem Suchen auch gelingt. Die Aussichtsplattform ist dann eher ein Rundgang außen um das Gebäude, dort haben wir einen guten Blick auf die im Dunst liegende Stadt. Im innen liegenden Feierraum sieht man wieder das US-amerikanische Muster von Pathos und Improvisation – Die Wände des Raums sind geschmückt wie zum Staatsakt, die nicht eingedeckten Tische würden bei uns als maroder Terrassentisch auf dem Sperrmüll landen. An solchen Konstellationen, die uns noch häufig begegnen werden, erkennt man das immer noch hohe Niveau, auf dem wir in Deutschland leiden…
Sabine möchte gerne zur Cathedral of Our Lady of the Angels, wir gehen ein paar Blocks weiter dorthin.. Der Neubau ist sehr modern und geräumig und entfaltet durchaus Atmosphäre. Schön ist ein alter spanischer Altar aus dem 16. Jahrhundert, der in diesen modernen Räumen wie eine Reliquie wirkt und auch so behandelt wird.
Ein kurzer Abstecher ins Bankenviertel führt uns an der dramatisch designten Walt Disneyy Concert Hall vorbei. Dieser Gehry-Bau hat eine metallisch spiegelnde Außenhaut, die in den Augen brennt und wohl schon einige Unfälle verursacht hat.
Eine charmante Dame vom Sicherheitsdienst weist uns beim Fotografieren der Bankhochhäuser darauf hin, dass man es nicht so gerne sehe, wenn Fotos gemacht würden. Touristen wären gerade noch akzeptiert, ob wir denn welche seien? Als wir bejahen und versichern, dass wir keine kommerziellen Absichten mit den Fotos haben, lässt sie uns ziehen. Direkt im Nachbarblock liegt dann der Grand Central Market, ein krasser Kontrast zur Hochglanzwelt der Banken. Die alte Markthalle ist laut, vollgestopft mit Lebensmittel- und Food-Ständen und wird vornehmlich von spanisch sprechenden Einwohnern und einigen verschüchterten Touristen genutzt. Wir bestellen uns etwas vietnamesisches Fastfood, sind aber leider an eine Anfängerin geraten, wie sie uns erklärt. Es dauert eine ganze Weile, bis sie das Essen zusammenbekommt. Wir essen in der Halle und machen uns dann auf den Rückweg zur Union Station.
Nachmittags um halb vier haben wir bei den Warner Brothers Studios eine Tour gebucht. Bis dahin haben wir noch etws Zeit, so steuern wir einen der weiteren LA-Pflichtpunkte an, den Hollywood Boulevard. Erwartungsgemäß ist dies eien Touristenmeile, aber die Sterne und Fingerabdrücke im Gehweg müssen wir ja schon mal live gesehen haben, Also schnell einen Dollar in die Parkuhr geworfen und im Eilschritt 1 km hoch und wieder zurück. Mehr Zeit haben wir auch gar nicht, und als Eindruck reicht uns die Parade von Supermännern, Jedi-Rittern und anderen Filmgrößen, die sich durch die Touristenmengen schlängeln. Die eingelassenen Sterne kann man sich übrigens selber kaufen, man muss es nur zu einem Celebrity-Status irgendeiner Kategorie gebracht haben. Demzufolge sind uns 90% der Namen unbekannt.
Durch den einsetzenden Feierabendverkehr erreichen wir gerade noch rechtzeitig die Warner Studios. Wir passieren die übliche Sicherheitsschleuse und bekommen zunächst einen kleinen Werbefilm vorgesetzt, um dann in Wagen verladen zu werden und durch Jack durch die Kulissen gefahren zu werden. Das ist teils ganz interessant, allerdings finden gerade keine Dreharbeiten statt, so dass man nicht viel „Action“ mitbekommt. In die eigentlichen Studiohallen dürfen wir nicht rein. Nur in eine leere Halle, in der die „Außenaufnahmen“ von vielen bekannten Filmen wie „Casablanca“ und „Titanic“ gedreht wurden, dürfen wir rein, allerdings mit Fotoverbot. Wir stehen angemessen ehrfürchtig in dieser leeren Halle und haben leider keine Fragen, was unseren Guide enttäuscht. Allerdings hat sich diese Tourbesatzung schon vorher als ein Haufen von Amateuren erwiesen, die bei den ellenlangen Listen von Serientiteln, die Jack an passender Stelle herunterbetet, leider immer nur sagen können „kenn ich nich“. Jack trägt es mit Fassung und liefert uns nach 2 Stunden am Empfang wieder ab, nicht ohne uns noch ein Geschenk in Form eines grauslichen Filmheldenposters zu überreichen, das schnell entsorgt wird. Alles in allem also ein eher mittelprächtiges Erlebnis.
Wir wollen den Tag mit einem Blick auf den Pazifik beschließen und machen uns daran, schnell den Sunset Boulevard herunterzufahren. Leider war uns nicht bewusst, dass dies eine sehr lange Straße ist. Als wir am Pazifik ankommen, sind die Hausnummern fünfstellig und es ist fast Dunkel. So bleibt es wirklich beim kurzen Blick und wir fahren über den Highway 1 zurück zum Flughafenhotel. Sabine fallen schon die Augen zu, so setze ich sie am Hotel ab und bringe den Wagen zurück, was noch schneller geht als die Ausgabe. Reinfahren, ein Mitarbeiter nimmt den Wagen entgegen, checkt kurz ob alles stimmt und entlässt mich dann zum Shuttle. 45 Minuten später bin auch ich im Hotel angelangt und falle ins Bett.
Gespeichert unter: Reise
Die beiden großen Koffer haben wir am Vorabend mit 22 und 25kg eingecheckt. Auf wundersame Weise finden sich nun morgens noch soo viele Dinge, die auch mitmüssen, so dass noch ein Trolley, eine kleine Reisetasche und zwei Rucksäcke gut gefüllt sind, als wir mit dem Bus zum Flughafen Münster aufbrechen. Ab hier verläuft alles reibungslos, der kleine Cityflieger nach München startet pünktlich und in München ist auch der Umstieg kein Problem. Unser erster Business Class-Flug! Sehr komfortabel, Platz hat man genug und die Sitze lassen sich bis in eine Liegeposition zurückfahren. Getränke gibt es reichlich.
Sabine organisiert gleich die Versorgung mit großen Wasserflaschen, so dass wir autark sind. Das Essen ist gut, es gibt nach einer Stunde ein Drei-Gänge-Menü. Wir nehmen konfierten Lachs mit Karotten-Orangensauce und Venusreis als Vorspeise. Leider kann uns keiner sagen, woraus der Reis genau besteht, er enthält schwarzen Reis und kleine Selleriestückchen, aber was noch? Schmeckt jedenfalls gut zur Vorspeise. Die Hauptspeise, die wir wählen, ist ebenfalls schmackhaft, wenn auch die Kombination Poularde – Karotten – Kartoffelpüree ein bisschen an Schonkost im Krankenhaus erinnert. Ein Schokoladenflan für Sabine und eine kleine Käseplatte für mich sind ein guter Abschluss. Kurz vor der Landung gibt es noch Pasta für Sabine und ein paar kalte Kleinigkeiten für mich. Da wir auch schon auf dem Zubringerflug etwas bekommen hatten und es zwischendurch immer wieder Kleinigkeiten gibt, kommen wir ziemlich wohlgenährt in LA an.
Der Flug war entspannt und die Zeit wurde uns nicht lang. Da wir nur kurz geschlafen haben, landen wir gleich im richtigen Zeitrythmus. Die Einwanderungsbehörde hat genug Schalter offen, so dass wir nach Abgabe aller Fingerabdrücke und einem Foto schnell eingereist sind. Der Shuttle-Bus zum Hotel geht problemlos, das Hotel selber ist im typischen „USA-Barock“ aufgemacht und riecht wie es nur öffentliche Gebäude in den USA können nach einer Mischung von Desinfektion, Parfüm und etwas muffeligem Teppich. Unser Gepäck ergibt in dem kleinen Zimmer einen beachtlichen Berg – was haben wir da nur alles mitgenommen? Wir halten uns den Abend über im Hotel auf – und gehen dann doch noch mal essen, unser erstes USA-Steak, das erwartungsgemäß groß und gut hergerichtet kommt. Man möge mir den Kalauer verzeihen – die Preise sind genauso saftig wie das Steak. 100 EUR wird man da mit Getränken und Trinkgeld schnell los. Na ja, für den Einstand sei es gegönnt. Gegen 22 Uhr Ortszeit sind wir dann doch sehr müde und fallen in da Queensize-Bett, das uns eine gemeinsame Decke zugesteht. Wir schaffen es aber über die Nacht ohne allzugroße Gebietsstreitigkeiten.
Alle auch zu Hause eingenommenen Medikamente, Fiebersenkende/schmerzlindernde Mittel, Mittel gegen Durchfall (Elektrolyt-Lösungen und Gerbstoffpräparate / Aktivkohle-Tabletten), Mittel gegen Magenprobleme, Augentropfen gegen Bindehautentzündung, Erkältungsmittel, Brand- und Wundgel, Insektenschutzmittel, entzündungshemmende / juckreizstillende Salbe / Gel nach Mücken-Stichen, Hinreichender Sonnenschutz (Achtung: Alte Sonnencreme kann ihre Wirksamkeit verlieren), Pinzette, Schere, Pflaster, Mullbinde, Elastische Binde, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer, Einmalhandschuhe, Mundschutz, Voltaren, Zahnpasta, Sonnenbrillen, Brillen, Zahnbürsten, Rasierwasser, Seife, Deo, Körpercreme, Niveacreme, Sonnenschutzcreme, Taschentücher, Bürsten, Halsbonbons, Haarwaschmittel, Haargummis, Lippenpflegestift, Spiegel, Mentos, Kleidung, Schirme, Badetücher, Badehosen/ -anzüge, Unterwäsche, Schlafanzüge, T-Shirts, Pullover, Blusen, Hemden, BHs, Röcke, Socken, Wanderschuhe, Sandalen, Strickjacken, Fleecejacken, Regenjacken, Stadtschuhe, Wandersandalen, Handy, SD-Festplatte, Fotokameras + Objektive, Speicherkarten, Rasierapparat mit US-Stecker, Föhn mit US-Stecker, Ladegeräte mit US-Stecker, Netbook, ipod, Kopfhörer, Fernglas, Schlüssel, Tesafilm, Klebstoff, Bindfaden, Plastikbecher, Bestecke, Messer, Spiele, Nähzeug, Geschirrtücher, Handtücher, Kaffee, Kaffeefilter, Teebeutel, Bettbezug, Pässe, MasterCard, VISA Card, Bücher, Dollars (Bar), deutsches Geld, Reiseunterlagen, Tickets, Voucher, Reiseführer, Tour Books, Straßenkarten, Papier/Schreibzeug, Adress/Telefonliste, Führerschein, Motel Directories, AAA Card, Kalender, Miles & More Card, Telefon / Calling Card, ipod Wörterbuch, 2 SD-Cards 8GB, Meersalz-Nasenspray, 2 Koffer, 2 Rucksäcker, ein Trolley, Jacken und Mützen, nur noch alles einpacken und schon gehts los!




